Geschäftsbericht 2015DEENCN
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2015 war für Evonik gleichermaßen ein herausforderndes, aber auch wiederum erfolgreiches, gutes Jahr.

Wenngleich sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahresverlauf spürbar eingetrübt haben, konnten wir unsere Marktpositionen alles in allem erfolgreich verteidigen und weiter ausbauen. Die konsequente Ausrichtung unseres Geschäftsportfolios auf kundenorientierte Spezialchemie, der weitere gezielte Ausbau unserer weltweiten Produktionskapazitäten sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung haben sich für das Unternehmen und seine Aktionäre gelohnt.

Insgesamt nahm der Umsatz um 5 Prozent auf 13.507 Millionen € zu. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr überproportional um 31 Prozent auf 2.465 Millionen €.

Damit verbesserte sich unsere EBITDA-Marge deutlich auf 18,2 Prozent und liegt auch im Branchenvergleich auf herausragendem Niveau. Mit einer Kapitalrendite von 16,6 Prozent (ROCE) haben wir darüber hinaus eine hohe Prämie auf unsere Kapitalkosten erwirtschaftet.

Das bereinigte Konzernergebnis stieg um 44 Prozent auf 1.128 Millionen €. Um unsere Aktionäre an dieser positiven Geschäftsentwicklung teilhaben zu lassen, werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung im Mai eine Anhebung der Dividende von 1,00 € auf 1,15 € je Aktie vorschlagen.

Unsere Strategie zahlt sich aus

Unsere Strategie basiert auf profitablem Wachstum, Effizienz und Werten. Wir wollen unsere führenden Technologie- und Marktpositionen weiter ausbauen, uns dabei auf attraktive Wachstumsgeschäfte und aufstrebende Märkte konzentrieren, neue Wachstumsfelder durch Innovationen erschließen sowie kontinuierlich unsere Kostenpositionen verbessern.

Mit der erfolgreichen Umsetzung der Neuordnung unserer Führungs- und Portfoliostruktur haben wir die organisatorischen Voraussetzungen zur Umsetzung dieser Strategie im vergangenen Jahr spürbar verbessert.

In unserer vielfältigen globalen Welt kommt es immer mehr darauf an, die Bedürfnisse und Wünsche unserer Kunden und Endverbraucher besser zu verstehen.Klaus Engel

Vorsitzender des Vorstandes der
Evonik Industries AG

Hierzu zählt auch die Abgabe der verbliebenen 10,3 Prozent an der Vivawest GmbH an die RAG Aktiengesellschaft. Damit haben wir uns vollständig vom Immobiliengeschäft getrennt und auf Spezialchemie konzentriert.

Wir investieren in Wachstum

Auch 2015 haben wir wieder kräftig in neue und verbesserte Produktionsanlagen sowie Innovationen investiert. Die Bedürfnisse der lokalen Endkunden auf den unterschiedlichen Weltmärkten verändern sich stetig. Auf diese Entwicklungen reagieren wir gemeinsam mit unseren Kunden, für die wir maßgeschneiderte, innovative Produkte entwickeln.

Mit unseren Innovationen erleichtern und bereichern wir den Alltag der Menschen auf vielfältige Weise. Gleichzeitig helfen wir, die Lebensgrundlagen einer wachsenden Bevölkerung zu sichern. Durch das Wachstum der Weltbevölkerung wird beispielsweise der Bedarf an tierischem Eiweiß in Zukunft weiter steigen. Gleichzeitig wächst mit dem zunehmenden Wohlstand ein höherer Anspruch an die Ernährungsqualität. Dies führt zur Intensivierung der Tierhaltung und stellt große Herausforderungen an eine nachhaltige und ökologisch verträgliche Nahrungsmittelproduktion.

Essenzielle Aminosäuren von Evonik helfen, die Nitratbelastung der Böden und den Wasserverbrauch zu senken sowie natürliche Proteinressourcen zu schonen. Um die weltweit weiter wachsende Nachfrage nach Aminosäuren abzusichern, planen wir die Errichtung eines weiteren Anlagenkomplexes, der neben der im November 2014 sehr erfolgreich in Betrieb genommenen Anlage auf Jurong Island (Singapur) entstehen soll. In Castro (Brasilien) haben wir bereits eine neue Anlage zur Herstellung der Futtermittelaminosäure Biolys® fertiggestellt. Darüber hinaus haben wir in neue Formulierungen investiert, die auf Ernährungsanforderungen außerhalb der Geflügelzucht zugeschnitten sind. In Mobile (Alabama, USA) entstand eine Anlage von Mepron® für die Milchviehfütterung. Für Aquakulturen haben wir das neue Produkt AQUAVI® Met-Met entwickelt. Eine erste Produktionsanlage entsteht zurzeit in Antwerpen (Belgien).

Auch die Nachfrage nach anspruchsvollen Körperpflegeprodukten und Kosmetika nimmt zu. Deshalb bauen wir unser globales Produktionsnetzwerk für oleochemische Spezialtenside weiter aus.

Zur Verbesserung der Ressourceneffizienz haben wir unsere Kapazitäten für gefällte Kieselsäuren erweitert. Sie ermöglichen insbesondere in Kombination mit Silanen die Herstellung von Pkw-Reifen, die den Kraftstoffverbrauch spürbar senken. Derzeit entsteht eine neue Anlage bei São Paulo (Brasilien), deren Inbetriebnahme für 2016 geplant ist. Sie wird die erste Produktion von HD-Kieselsäuren für die südamerikanische Reifenindustrie sein. In Ako (Japan) haben wir bereits im letzten Herbst die Erweiterung der Produktionsanlagen für Spezialkieselsäuren in Betrieb genommen.

Weitere Wachstumsimpulse versprechen wir uns aus der Verdopplung unserer Kapazität für Öladditive in Singapur sowie der Übernahme des indischen Katalysatorherstellers Monarch und des niederländischen Wasserstoffperoxidherstellers PeroxyChem.

Auch in unserem Segment Performance Materials haben wir durch Investitionen in Neuanlagen in Antwerpen und Marl unsere Kapazitäten für den Weichmacher-Alkohol Isononanol sowie Butadien und MTBE erweitert und die Flexibilität in Bezug auf den Rohstoffeinsatz verbessert. Darüber hinaus soll in Ibbenbüren Ende 2017 ein gemeinsames Produktions-Joint-Venture mit AkzoNobel zum Neubau und Betrieb einer Chlor-Kalilauge-Membranelektrolyse an den Start gehen.

Wir sind kundenorientiert und weltoffen

In unserer vielfältigen globalen Welt kommt es immer mehr darauf an, die Bedürfnisse und Wünsche unserer Kunden und Endverbraucher besser zu verstehen. Die Perspektive zu wechseln und die Welt durch die Augen unserer Kunden zu sehen ermöglicht neue Sichtweisen und damit ungewöhnliche Lösungen. Bereitschaft zur Offenheit und zu flexiblem Denken ist der Schlüssel zu unserer lernenden Innovationskultur, die uns hilft, gute Ideen frühzeitig zu erkennen und zügig in den Markt zu bringen, um Mehrwert für unsere Kunden und Evonik zu schaffen.

Die Fähigkeit zum Perspektivwechsel bedeutet aber auch Unvoreingenommenheit, Offenheit und Akzeptanz gegenüber anderen Denk- und Arbeitskulturen. Engstirnigkeit und Intoleranz haben deshalb keinen Platz in unserer weltoffenen Unternehmenskultur. Das ist auch die Richtschnur beim weltweiten gesellschaftlichen Engagement unserer Mitarbeiter – etwa wenn es darum geht, Menschen zu helfen, die vor Krieg und Hunger fliehen mussten.

In diesem Geschäftsbericht möchte ich Sie einladen, unsere Märkte und Kunden aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Ich wünsche Ihnen viele neue interessante Erkenntnisse bei diesem Perspektivwechsel.