Geschäftsbericht 2015DEENCN
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Weitreichende

Veränderung

Neue Materialien und neue Fertigungsmethoden machen Fahrzeuge nicht nur leichter, sondern auch besser. Lösungen von Evonik bringen mehr Effizienz in fast jedes Auto von morgen.

Die Automobilbranche steht vor großen Herausforderungen: Weltweit dringen Gesetzgeber und Verbände auf mehr Effizienz und mehr Anstrengung gegen den Klimawandel. Sparsamer und emissionsärmer soll die Mobilität werden. Gleichzeitig wollen Autofahrer ein Level an Sicherheit und Komfort, das immer mehr Ausstattung und Technik auf die Achse bringt. Jahrzehntelang stieg damit das Gewicht jeder neuen Modellgeneration.
Eine Entwicklung, die viele Fortschritte mit effizienten Antrieben, verbesserter Aerodynamik und sauberen Kraftstoffen zunichtegemacht hat. Auf breiter Front sind daher Innovationen gefragt, um immer anspruchsvollere Ausstattung effizienter auf die Straße zu bringen: von Leicht baudesign und leichteren Materialien selbst bis hin zu mehr Effizienz im Antriebsstrang. Und Evonik ist als Spezialist für besonders leistungsfähige Materialien fast überall Teil der Lösung.

So etwa in der Fügetechnik: Dort werden Schweißnähte, Schrauben und Nieten durch besonders leistungsstarke Verklebungen abgelöst. Das erlaubt es nicht nur, verschiedene Materialien wie Metall und Kunststoff besser zu verbinden, es ermöglicht ganz neue Bauteilkonzepte sowie geringere Materialstärken bei gleicher Festigkeit und zusätzlicher Gewichtsersparnis. Evonik liefert sowohl Additive für die nötigen Spezialkleber als auch ein Schmelzklebstoffsystem, die hohen Belastungen und beim Crash höchsten Sicherheitsstandards gewachsen sind.

Gerade Kunststoffe spielen im Streben nach effizienter Mobilität eine wachsende Rolle. Sie erlauben es, schwerere Metallteile zu ersetzen, und ermöglichen auch neue Funktionen. So können selbst motornahe und besonders beanspruchte Bauteile wie das Luftladerohr mittlerweile aus temperaturstabilen Hochleistungskunststoffen von Evonik gefertigt werden. In diesem Fall kommt zum Gewichtsvorteil auch ein optimierter Luftstrom.

Was alles sonst noch geht, erprobt Evonik auch in der Praxis. So zum Beispiel in einem Superleichtbau-Sportwagen, den man gemeinsam mit dem bayerischen Kleinstserienhersteller Roding Automobile konstruiert hat. Darin wurden Materialien für Composites, Strukturschäume, Kunststoffverscheibungen und Öl-Additive unter den verschärften Einsatzbedingungen der Rennstrecke getestet.

Der Materialmix im Auto wird vielfältiger, nicht nur durch den Leichtbau. Wir liefern die Lösungen, um an möglichst vielen Effizienzhebeln anzusetzen.Eckart Ruban

Leiter Automotive Industry Team (AIT)
bei Evonik Industries

Um Rennerfolge in Lösungen für den Massenmarkt zu übersetzen, bedarf es jedoch serientauglicher Herstellungsverfahren. Gerade bei den Verbundwerkstoffen hat Evonik hier einiges auf den Weg gebracht. In einem eigenen Projekthaus Composites haben Entwickler des Unternehmens Systeme und Prozesse entwickelt, mit denen Verbundwerkstoffe schneller, günstiger und einfacher hergestellt werden können, und haben dabei sogar Materialeigenschaften kombiniert, die im Bereich der Kunststoffe lange als unvereinbar galten. Das gelingt beispielsweise durch neue Kombinationen von Polymeren, Vernetzern und Katalysatoren. Das Potenzial von Verbundwerkstoffen kann so effektiver genutzt werden.

Leichtbau allein reicht jedoch nicht, um das Automobil deutlich klimaschonender zu gestalten. Insbesondere den Antriebsstrang, wo bis zu 20 Prozent der eingesetzten Energie bereits verloren gehen, gilt es zu optimieren. Evonik baut dazu derzeit ein Kompetenzzentrum auf, das einige seiner Schlüsselkompetenzen bündelt, um neue Technologien für den Antriebsstrang zu entwickeln: Kunststoffteile und neue Beschichtungen im Getriebe etwa könnten mit dafür optimierten Schmierstoffadditiven helfen, die Motorleistung verlustärmer auf die Straße zu bringen.

Auch nach 130 Jahren Entwicklungsgeschichte steckt noch Verbesserungspotenzial im Automobil. Der Weg hin zur klimaschonenden Mobilität führt heute weniger über einen einzelnen Technologiesprung als vielmehr über zahlreiche Verbesserungen rundum. Weil aber Evonik mit seiner Innovationskraft vom Dach bis zu den Reifen, von Kraft- und Schmierstoffen bis zur Lackierung praktisch überall im Auto steckt, ist man bestens gerüstet, bei jedem Schritt Teil der Lösung zu sein.

Ein entscheidender Effizienzgewinn steckt heute im modernen Leichtlaufreifen. Darin sorgt das Silica-Silan-System von Evonik für geringeren Roll widerstand bei optimaler Nasshaftung. Mehr Reichweite, geringerer Kraftstoffverbrauch und weniger Emissionen sind die Folgen.