Geschäftsbericht 2015DEENCN
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Schönheit ist

Kopfsache

Nicht nur sauber soll es sein, sondern gepflegt und, falls nötig, repariert. Beim Haar machen moderne Wirkstoffe für Shampoos und Conditioner Wünsche wahr. Und die sind in den wachsenden Märkten weltweit sehr verschieden.

Glatt, kraus, dick, dünn, rot, blond, grau – so unterschiedlich die Haartypen, so verschieden die Ansprüche an die Pflege. Und an der Haarwurzel hören sie noch längst nicht auf: Schönheit ist schließlich Kopfsache. Für Frauen und auch für Männer spiegeln Haar und Frisur einen wichtigen Teil des individuellen Stils, wenn nicht gar der Persönlichkeit wider. Das ist keine Modeerscheinung: Haare sind seit jeher Ausdruck von Status und Stil, von Gesundheit und Attraktivität, von kulturellen Sitten oder religiösen Geboten.

Je nach Kulturkreis, Region, Ethnie, Haartyp und Mode sind darum unterschiedliche Wirkungen, Produkte und Vermarktungsstrategien gefragt. Nicht umsonst behaupten sich regionale Marken in einigen Ländern gerade bei der Haarpflege mit 50 Prozent Marktanteil vergleichsweise stark gegenüber den globalen Marken. Sie reagieren mit ihren Produkten flexibler und gezielter auf die Wünsche ihrer regionalen Kundschaft. Das Ergebnis: Jedes Jahr kommen weltweit rund 10.000 neue Produkte auf den Markt.

Haarpflege ist auch ein emotionales Geschäft. Wir ermöglichen es unseren Kunden, ganz individuelle Bedürfnisse in Sachen Pflege und Schönheit zu erfüllen.Dr. Wolfgang Goertz

Global Business Director
Specialties & Business Director EMEA,
Geschäftsgebiet Personal Care

Evonik liefert für die größten und auch die kleinsten Haarpflegehersteller den Baukasten an entscheidenden Zutaten für diese Vielfalt: angefangen bei den milden Tensiden für Shampoos bis hin zu Wirkstoffen in Conditionern und der gesamten Palette an Hilfs- und Zusatzstoffen, welche die Produkte erst alltagstauglich machen. Die so erstellten Formulierungen richten sich nach den Erwartungen der Endkonsumenten. So ist besonders langes Haar für Brasilianerinnen ein wichtiges Schönheitsideal. Eines, das zumal in subtropischem Klima viel Pflege und Zeit in Anspruch nimmt. Brasilianerinnen waschen sich durchschnittlich zweimal am Tag die Haare und bevorzugen besonders reichhaltige Conditioner, die ihr Haar gut kämmbar machen.

Auch die lokal dominierende Haarstruktur hat Auswirkungen auf die Kundenwünsche. Während in Brasilien, einem Schmelztiegel indigener, europäischer und afrikanischer Haartypen, dunkles, gewelltes Haar dominiert, haben Nordeuropäer eher dünneres, helles Haar. Beide bedürfen unterschiedlicher Pflege. Derweil ist gerade afrikanisches Haar, sei es auf dem Kontinent oder bei afroamerikanischen Kundinnen, oft stark strapaziert. Häufiges Kämmen bricht das krause Haar. Zudem setzen viele Kundinnen auf Glätteisen, chemische Glätter oder Färbemittel, die das Haar zusätzlich schädigen. In Südafrika und Brasilien hat Evonik wie in Singapur und China daher jeweils ein eigenes Anwendungslabor eingerichtet, um vor Ort noch genauer für diese Bedürfnisse neue Lösungen, wie zum Beispiel spezielle Formulierungen, zu entwickeln.

Zu den bekannten Bedürfnissen des Haars kommen auch neue Kundenansprüche hinzu. So schützen neueste Pflegeprodukte dank Zusätzen von Evonik das Haar heute auch vor UV-Licht oder anderen Umwelteinflüssen: eine Eigenschaft, die nicht nur in chinesischen Großstädten zunehmend von den Kunden erwartet wird. Ebenfalls global ist der Trend zu natürlichen Rohstoffen und die – nicht immer ganz berechtigte – Sorge um bestimmte Inhaltsstoffe. Während Brasilianer natürliche Extrakte lieben, achten Asiaten mehr und mehr auf silikonfreie Produkte, und Franzosen wählen solche ohne Parabene. Auch hier ist Evonik immer wieder gefragt, wenn die gleichen Wirkungen mit anderen oder nachhaltig produzierten Inhaltsstoffen verwirklicht werden sollen.

Natürliche Rohstoffe sind beliebt in der Haar- und Körperpflege. Zunehmend achten die Konsumenten auch darauf, dass sie nachhaltig produziert werden. Entsprechend lässt Evonik seine Produktionsanlagen für Kosmetikinhaltsstoffe zum Beispiel nach dem Standard des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifizieren.