Geschäftsbericht 2015DEENCN
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Die Mischung

macht’s

Bedarfsgerecht dosierte Aminosäuren von Evonik im Futter machen die Fleischproduktion effizienter und umweltschonender. Die Tierfutterexperten des Konzerns liefern aber deutlich mehr als die wertvollen Nährstoffe selbst.

In der landwirtschaftlichen Fleischproduktion dreht sich alles ums Tier und sein Futter. Letzteres macht 60 bis 70 Prozent der Gesamtkosten in der Fleischproduktion aus und steht zudem für den Großteil des ökologischen Fußabdrucks. So nimmt etwa der Anbau eiweißhaltiger Futterpflanzen wie Soja enorme Ackerflächen in Anspruch, während andere Eiweißquellen wie Fischmehl die Überfischung der Meere beschleunigen.

Verwerten Tiere ihr Futter nicht optimal, scheiden sie große Teile davon ungenutzt wieder aus. Das belastet in Form zusätzlicher Gülle zum Beispiel die Gewässer.
Zudem führt es dazu, dass sowohl ökologische als auch ökonomische Ressourcen verschwendet werden. Dem begegnen Landwirte und Futtermittelhersteller heute, indem sie die Nährstoffe im Futter genau auf die Bedürfnisse des jeweiligen Tiers einstellen.

Essenzielle Aminosäuren leisten einen wichtigen Beitrag hierzu. Sie gehören zu den Grundbausteinen allen Lebens. Menschen und Tiere müssen sie über die Nahrung aufnehmen. Optimal verwertet werden sie jedoch nur, wenn sie im richtigen Mischungsverhältnis vorliegen. Um das für jedes Tier und für jede Futterpflanze trotz natürlicher Schwankungen konstant zu gewährleisten, ist einiges an Know-how gefragt.

Wir liefern ein Lösungspaket aus Produkt und Service. Denn nur so holen unsere Kunden und letztlich auch die Tiere wirklich das Optimum aus dem Futter heraus.Stefan Mack

Leiter des Produktbereichs Methionine & Derivatives

Evonik Industries liefert daher nicht nur die vier wichtigsten Aminosäuren für die Tierernährung, sondern auch gleich komplette Lösungen für deren gezielte Dosierung. Dazu beschäftigt das Unternehmen eigene Tierernährungsspezialisten und forscht gemeinsam mit rund drei Dutzend Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit daran, was Schweine, Hühner, Milchkühe, Fische oder Garnelen jeweils genau zum Gedeihen brauchen. Jede Tierart, jede Haltungsform und jede neue Züchtung bringt schließlich unterschiedliche Bedürfnisse mit.

Um dieses Wissen ganz praktisch anwenden zu können, unterstützt Evonik all jene, die in großem Stil Mischfutter herstellen, auch mit speziellen Analysen, Beratung und Dosierungsverfahren. Im Auftrag seiner Kunden untersucht Evonik etwa mittels Nahinfrarotspektroskopie, kurz NIR, immer wieder den tatsächlichen Nährstoffgehalt von weit über hundert weltweit angebotenen Futtermittelrohstoffen. Hunderttausende solcher Analysen fließen in die Beratung ein.

Diese Beratung übernehmen Evonik-Mitarbeiter vor Ort in 120 Ländern – überall dort, wo die Futterrohstoffe wachsen und Fleisch produziert wird. Gemeinsam mit ihren Kunden ermitteln sie anhand des tatsächlichen Nährstoffgehalts, der Tierbedürfnisse sowie anhand aktueller Weltmarktpreise für Futtermittel und neuerdings sogar unter Einbeziehung des ökologischen Fußabdrucks, wie das ernährungsbiologisch, ökonomisch und ökologisch optimale Futter zu mischen wäre.

Einige Hundert Gramm bis wenige Kilogramm Methionin, Lysin, Threonin oder Tryptophan pro Tonne Futter machen dabei den entscheidenden Unterschied. Entsprechend fein sollte daher die Dosierung sein, um nicht doch wieder wertvolle Nährstoffe zu verschwenden. Auch hier ist Evonik führend beim Service und sorgt etwa mit Dosieranlagen im Mischbetrieb des Kunden wieder dafür, dass jederzeit genau die Nährstoffe im Futter sind, die das Tier braucht.

Ob Pekingente, Zuchtkarpfen oder Garnelen – Evonik kennt das optimale Aminosäurenprofil für fast jede Tierart und hat teilweise spezielle Produkte im Angebot. Milchkühe zum Beispiel profitieren von Mepron®, einem eigens für den Verdauungstrakt der Wiederkäuer entwickelten Methioninprodukt. Es gelangt unzersetzt durch den Pansen und kann so besonders gut verwertet werden.