Geschäftsbericht 2015DEENCN
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Der innovative

Kern

Windeln sind heute ein hoch technisiertes Produkt, das neue Käuferschichten weltweit anzieht. Das Wettrennen um die beste Windel wird damit härter. Evonik liefert die entscheidende Zutat und besonderes Know-how, um darin zu bestehen.

Weg von Watte und Zellstoff, hin zu superabsorbierenden Polymeren. So könnte man die Entwicklung der modernen Windel richtigerweise beschreiben – und würde ihr doch nicht annähernd gerecht. Denn seit in den 1980er-Jahren der Superabsorber in die Windel einzog, hat sich einiges verändert am Wickeltisch und in einem hart umkämpften Markt. Die neueste Generation der Superabsorber nimmt mittlerweile das 500-Fache des Eigengewichts an Flüssigkeit auf. Wenige Gramm des Granulats stecken heute in praktisch jeder modernen Windel. In jeder fünften kommt es von Evonik Industries.

In der modernen Windel und ihrem Superabsorber steckt eine ganze Menge Know-how. So saugte die erste Generation Anfang der 1980er-Jahre lediglich die Flüssigkeit besonders gut auf und hielt sie dann auch unter Druck fest. Die zweite quoll erstmals gegen Druck, also auch wenn das Baby auf der Windel sitzt. Die dritte Generation optimierte dann den Transport der Flüssigkeit, damit auch ohne viel Zellstoff die gesamte Windel genutzt werden kann. Derzeit geht es vor allem darum, noch schneller die Flüssigkeit aufzunehmen und mit noch weniger Material für lang anhaltende Trockenheit zu sorgen.

Dazu forscht Evonik weiterhin an neuen und verbesserten Superabsorbern und analysiert in seinen Anwendungslabors Windelkonstruktionen aus aller Welt. Warum der Aufwand? Weil die Kundschaft eine anspruchsvolle und stetig wachsende ist. Und damit sind nicht die Kinder selbst, sondern ihre Eltern gemeint.

Von Schanghai bis São Paulo greift die wachsende Mittelschicht mit mehr verfügbarem Einkommen verstärkt zur modernen Windel, die trockene Babypos, ruhigere Nächte und zufriedenere Kinder verspricht. Das führt dazu, dass Windelhersteller in neuen Märkten um die wachsende Zahl an Kunden buhlen. Wachsender Wohlstand und lokal steigende Geburtenraten treiben das Geschäft. Während der Windelmarkt in Westeuropa und Nordamerika nur noch unter zwei Prozent wächst und in Japan Inkontinenzprodukte und Babywindeln gleichauf liegen, legt der restliche asiatische Markt etwa jährlich um acht Prozent zu – der chinesische gar um zehn Prozent.

Auch wenn man es ihnen nicht immer ansieht: Windeln sind ein Hightechprodukt. Und wir liefern den Kern und das entscheidende Know-how dazu.Stefan Nowicki

Strategic Marketing Director,
Geschäftsgebiet Baby Care

In diesen Wachstumsmärkten versuchen die Hersteller, sich mit besonders hochwertigen Windeln und cleverem Marketing von der Konkurrenz abzusetzen. Der Schlüssel dazu sind oft besonders stoffähnliche Materialien und leistungsstarke Superabsorber, die noch saugstärkere und noch dünnere Windeln ermöglichen. Das freut Kinder, die den Tragekomfort genießen, und Eltern, die seltener wickeln müssen. Es freut aber auch die Hersteller und Händler, weil dünnere Windeln weniger vom hart umkämpften Platz im Supermarktregal einnehmen. Und es freut die Umwelt, wenn mehr Windeln in jeden Lkw passen.

Die Ökobilanz spielt ohnehin für Konsumgüterkunden und -hersteller eine immer wichtigere Rolle. Entsprechend arbeitet Evonik auch daran weiter und gibt den Kunden ausführliche Auskunft über den CO₂-Fußabdruck seiner Produkte. Der schrumpfte zuletzt binnen vier Jahren um 15 Prozent. Noch so ein verstecktes Stückchen Hightech, in jeder fünften Windel.

Babywindeln sind der größte Markt für Superabsorber, gefolgt von Inkontinenz- und Hygieneprodukten. Aber Superabsorber können noch viel mehr: In Unterseekabeln schützen sie vor eindringendem Seewasser. In den Verpackungen von Geflügel, Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse nehmen Superabsorber austretende Flüssigkeiten auf und binden sie.
Die Lebensmittel bleiben länger frisch. Als Wasserspeicher im Boden ermöglichen sie sichere Ernten auch in trockenen Regionen.