Geschäftsbericht 2015DEENCN
DE
EN CN
 

Hilfe, die ankommt

und wirkt

Die Evonik Stiftung unterstützt zusammen mit Evonik Industries Flüchtlingsprojekte rund um die Standorte. Es geht um unbürokratische Soforthilfe und um langfristige Perspektiven.

Tag für Tag lassen in den Krisengebieten Tausende Flüchtlinge alles zurück auf der Suche nach einer besseren Zukunft – zum Beispiel in Deutschland. Laut UNO-Flüchtlingshilfe sind derzeit mehr Menschen auf der Flucht als jemals nach dem Zweiten Weltkrieg. Spätestens seit Sommer 2015 ist klar: Unsere Städte und Kommunen werden Hunderttausende von ihnen aufnehmen und integrieren. Etwa zur gleichen Zeit hat Evonik sich entschieden, dabei aktiv mitzuhelfen – mit Sachspenden, persönlichem Einsatz und mit Geld.

In zahlreichen Notunterkünften versorgen die Kommunen, unterstützt durch viele freiwillige Helfer und die Spenden aus der Bevölkerung, die Flüchtlinge mit dem Nötigsten: einem Dach über dem Kopf, einer Dusche, Kleidung, warmen Mahlzeiten. Evonik als wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor vor Ort unterstützt viele dieser Maßnahmen. Das Unternehmen hat der Evonik Stiftung im September 2015 eine Soforthilfe für Flüchtlinge in Höhe von einer Million € zur Verfügung gestellt. Das Geld fließt vorrangig in Ausbildungs-, Beschäftigungs- und Sprachangebote sowie in nachhaltige Projekte für Flüchtlinge an den Standorten von Evonik und im standortnahen Umfeld. Gut 90 Projekte werden insgesamt mehr als 10.000 Menschen erreichen.

Mit dem Nötigsten und der Erstversorgung ist es jedoch längst nicht getan. Die Evonik Stiftung legt Wert darauf, auch weitergehend zu helfen, Integration zu fördern und längerfristige Perspektiven zu schaffen. Unterstützt werden deshalb Projekte, die es den Flüchtlingen ermöglichen, sich zu integrieren – Projekte, die der Sprachförderung, der Schulbildung und der beruflichen Qualifikation dienen. Denn viele der Flüchtlinge wollen und werden bleiben, sich eine neue Existenz in Frieden und Sicherheit erarbeiten.

Die Flüchtlinge, die derzeit nach Deutschland kommen und eine Bleibeperspektive haben, sind eine große Chance für unsere Gesellschaft, die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt. Um dieses Potenzial zu nutzen, sind zunächst einmal Investitionen in Sprache, Qualifizierung und Ausbildung nötig.Klaus Engel

Vorsitzender des Vorstandes, Evonik Industries AG

In der Volkshochschule in Wesseling, einer Hauptschule in Haltern, mit der Agentur für Arbeit in Krefeld, im „Sprachcafé“ in Dossenheim und an vielen anderen Orten finanziert die Evonik Stiftung darum kleine wie große Projekte, in denen Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene möglichst schnell Deutsch lernen. In Herne hilft ein spezielles pädagogisches Konzept, dass Flüchtlingskinder die Sprache schneller erlernen. In Worms wird ein von der Evonik Stiftung mitfinanziertes Selbstlernzentrum all jene erreichen, die nicht in Klassen und Kursen unterkommen. Gemeinsam mit der Ruhr-Universität Bochum (RUB) schafft die Evonik Stiftung außerdem elf Stipendien speziell für Flüchtlinge. Das Programm richtet sich an junge Frauen und Männer, die in den Bereichen Ingenieur-, Natur- oder Wirtschaftswissenschaften eine im Heimatland bereits begonnene akademische Ausbildung an der RUB fortsetzen oder erstmals ein Studium aufnehmen wollen.

Zur Integration gehört für die Flüchtlinge auch, ein Stück Normalität zurückzuerlangen. Gerade den Kindern und Jugendlichen hilft die Evonik Stiftung zusammen mit Evonik dabei, etwa indem Mitarbeiter Ausflüge organisieren, Spielstätten und Rückzugsräume ausstatten. In Worms, Marl und Rheinfelden wurde zudem geholfen, Fahrradwerkstätten auszustatten. Dort können Flüchtlinge Fahrräder für sich und ihre Familien instand setzen.

In den Werkstätten finden viele Flüchtlinge, deren erste Monate im neuen Land vor allem aus Warten bestehen, Beschäftigung und Austausch untereinander sowie mit deutschen Helfern. Und sie erarbeiten sich und ihren Familien ein kleines Stück wertvoller Eigenständigkeit für den weiteren Weg in ihrer neuen Heimat.

„Start in den Beruf“ heißt die gemeinsame Initiative der Sozialpartner der chemischen Industrie, in der arbeitslose Jugendliche für eine Ausbildung qualifiziert werden. Evonik nimmt seit Langem daran teil und hat 2015 mit finanzieller Unterstützung der Evonik Stiftung seine Plätze aufgestockt, um künftig auch junge Flüchtlinge auf eine Ausbildung in der deutschen Industrie vorzubereiten. Die ersten Teilnehmer starteten im November 2015 in Marl.