Geschäftsbericht 2015DEENCN
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Generationen

verbinden

Evonik Industries verknüpft Berufsstart und Renteneinstieg zu einer ganzheitlichen und längerfristigen Personalplanung. Der GenerationenPakt lohnt sich für Alt, Jung und das Unternehmen selbst.

Wie sichert man Erfahrungsschätze? Wie gibt man jungen Menschen attraktive Perspektiven? Und wie ermöglicht man älteren Mitarbeitern einen selbstbestimmten Start ins Leben nach dem Beruf? Bei Evonik heißt die Antwort auf alle drei Fragen „GenerationenPakt“. Diese 2015 getroffene Vereinbarung stand erstmals Tarifmitarbeitern der Jahrgänge 1959 bis 1961 fünf Jahre vor ihrem gewünschten Eintritt in den vorzeitigen Ruhestand offen. Diese fünf Jahre nutzt Evonik für eine gezielte Ausbildung und Nachbesetzung. Zudem lässt Evonik die erfahrenen Mitarbeiter und ihre Nachfolger idealerweise bereits zusammenarbeiten. So profitieren Berufsstarter unmittelbar von der Erfahrung ihrer Vorgänger – und das genau in den Aufgaben, die sie selbst später übernehmen. Erstmals kann Evonik dadurch bereits allen 2016 eintretenden Auszubildenden die Übernahme nach erfolgreichem Abschluss zusagen. Nicht nur der Bedarf an Ausbildungsplätzen lässt sich genauer planen und steuern. Es bleibt auch genug Zeit für eine Ausbildung und eine längere Phase für die passgenaue Qualifizierung. Gerade diese Phase erleben auch die ausscheidenden Mitarbeiter als beruflich befriedigend: Kenntnisse, die sie sich über Jahre mit viel Engagement angeeignet haben, gehen nicht verloren, sondern bleiben dem Unternehmen erhalten.

„Das Modell trägt dem Wunsch vieler älterer Arbeitnehmer Rechnung, nicht abrupt in Rente zu gehen und ihren Ausstieg aus dem Berufsleben lieber über mehrere Jahre hinweg zu gestalten“, erklärt Thomas Wessel, Personalvorstand und Arbeitsdirektor von Evonik Industries. „Diesen Wunsch haben wir aufgegriffen und ihn mit der Übernahme von jungen Ausgebildeten verknüpft. Wir wollen auf diese Weise unsere Personalplanungen noch verlässlicher machen und jungen Menschen klare Perspektiven für die Zeit nach ihrer Ausbildung geben“, so Wessel weiter. Getragen wird der GenerationenPakt gemeinsam von Unternehmen, Betriebsrat und der Gewerkschaft IG BCE.

Möglich wird das Modell auch, indem die beteiligten Tarifmitarbeiter bis zum Beginn ihres Ruhestandes Geld, Urlaubstage, Altersfreizeit oder Zeitguthaben in einem Langzeitkonto ansparen, um vor dem Eintritt in die Rente über das angesparte und in Zeit umgerechnete Wertguthaben freigestellt zu werden. Evonik unterstützt durch zusätzliche Zahlungen den Aufbau dieses Guthabens.

Der GenerationenPakt ist richtungsweisend und zeigt einmal mehr, dass das deutsche Modell der sozialen Marktwirtschaft auch im 21. Jahrhundert zeitgemäße Lösungen hervorbringt.Michael Vassiliadis

Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE)

Tritt der Mitarbeiter mit Abschlägen zum frühestmöglichen Renteneintrittsdatum aus dem Unternehmen aus, mildert Evonik die Nachteile in der betrieblichen Altersversorgung. Sogar das Urlaubsgeld wird weitergezahlt, und während des eigentlich zustehenden Urlaubs wird das Wertguthaben des Langzeitkontos nicht belastet, sondern die Urlaubstage werden von Evonik finanziert. Wie attraktiv dieses Modell ist, zeigt sich an der Teilnahmequote: Mehr als drei Viertel der Teilnahmeberechtigten nahmen das Angebot an.

Evonik fördert den langfristigen Fachkräftenachwuchs sogar schon im Kindergarten. „Young Spirit“ ist eine von mehreren Initiativen, mit denen Evonik Begeisterung für die sogenannten MINT-Fächer stiftet – und das seit über zehn Jahren. Kindergarten- und Grundschulkinder werden dabei spielerisch an Naturwissenschaften herangeführt, um sie für eine Karriere in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik zu interessieren.