Geschäftsbericht 2015DEENCN
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Bericht des Aufsichtsrates

Dr. Werner Müller, Vorsitzender des Aufsichtsrates

der Aufsichtsrat der Evonik Industries AG (Evonik) hat im Geschäftsjahr 2015 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben ordnungsgemäß und mit großer Sorgfalt wahrgenommen und die Arbeit des Vorstandes gewissenhaft und regelmäßig überwacht. Bei der Leitung und strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens haben wir den Vorstand beratend unterstützt.

Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Der Vorstand hat uns über alle wesentlichen Angelegenheiten des Konzerns stets unverzüglich und umfassend unterrichtet sowie in alle für das Unternehmen grundlegenden Entscheidungen eingebunden. Schwerpunkte waren dabei der Gang der Geschäfte und die Lage des Unternehmens sowie Aspekte der Geschäftspolitik, der Unternehmensplanung sowie der strategischen Weiterentwicklung von Evonik.
Der Vorstand informierte uns über die Berichterstattung in den Aufsichtsratssitzungen hinaus mündlich und schriftlich über die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie über Vorgänge, die für Evonik von besonderer Bedeutung waren. Über alle wichtigen Geschäftsvorfälle wurde der Aufsichtsratsvorsitzende laufend unterrichtet.
Der Aufsichtsrat war in Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung stets frühzeitig eingebunden. Maßstab für die Überwachung des Vorstandes durch den Aufsichtsrat waren insbesondere die Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der konzernweiten Geschäftsführung durch den Vorstand. Gegenstände und Umfang der Berichterstattung des Vorstandes wurden den vom Gesetz, von den Grundsätzen guter Corporate Governance und vom Aufsichtsrat gestellten Anforderungen gerecht.
§ 16 der Satzung der Evonik Industries AG und die Geschäftsordnung des Aufsichtsrates enthalten bestimmte Geschäfte und Maßnahmen von grundlegender Bedeutung, zu deren Vornahme der Vorstand der Zustimmung des Aufsichtsrates bzw., unter bestimmten Voraussetzungen, einzelner Ausschüsse bedarf. Der Aufsichtsrat hat über vom Vorstand vorgelegte zustimmungspflichtige Geschäfte und Maßnahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr entschieden, nachdem er diese geprüft und mit dem Vorstand erörtert hatte.

Zusammenkünfte und Arbeitsweise des Aufsichtsrates

In fünf Sitzungen am 2. März, 19. Mai, 25. Juni, 24. September und 10. Dezember 2015 haben wir uns mit sämtlichen für das Unternehmen wichtigen Fragen auseinandergesetzt. Zusätzlich erfolgte eine Beschlussfassung des Aufsichtsrates im schriftlichen Umlaufverfahren.

Die Arbeit des Aufsichtsrates wurde auch im Geschäftsjahr 2015 durch seine Ausschüsse vorbereitet und unterstützt. Folgende Ausschüsse mit den nachstehend genannten Mitgliedern waren im Berichtsjahr eingesetzt:

  • Präsidialausschuss: Dr. Werner Müller (Vorsitzender), Michael Vassiliadis (stellvertretender Vorsitzender), Günter Adam (bis 10. Dezember 2015), Ralf Hermann, Steven Koltes und Dr. Volker Trautz.
  • Prüfungsausschuss: Dr. Siegfried Luther (Vorsitzender; zugleich unabhängiger Finanzexperte im Sinne von § 100 Abs. 5 AktG), Karin Erhard (stellvertretende Vorsitzende), Prof. Dr. Barbara Grunewald, Jürgen Nöding (bis 30. September 2015), Norbert Pohlmann (seit 1. Oktober 2015), Dr. Wilfried Robers und Dr. Christian Wildmoser.
  • Finanz- und Investitionsausschuss: Michael Rüdiger (Vorsitzender), Michael Vassiliadis (stellvertretender Vorsitzender), Günter Adam (bis 10. Dezember 2015), Martin Albers (seit 11. Dezember 2015), Stephan Gemkow, Ralf Hermann, Frank Löllgen, Dr. Werner Müller und Dr. Christian Wildmoser.
  • Nominierungsausschuss: Dr. Werner Müller (Vorsitzender), Steven Koltes und Dr. Volker Trautz.
  • Vermittlungsausschuss: Dr. Werner Müller (Vorsitzender), Michael Vassiliadis (stellvertretender Vorsitzender), Ralf Hermann und Dr. Volker Trautz.

Der Corporate-Governance-Bericht beschreibt die diesen Ausschüssen zugewiesenen Aufgaben auf den Seiten 63 bis 64 im Einzelnen.
Im Berichtsjahr hat der Präsidialausschuss acht Sitzungen abgehalten. Der Prüfungsausschuss sowie der Finanz- und Investitionsausschuss sind zu jeweils vier Sitzungen zusammengetreten. Zudem hat der Finanz- und Investitions-ausschuss einen Beschluss im schriftlichen Umlaufverfahren gefasst. Der Nominierungsausschuss tagte im Berichtszeitraum einmal. Für eine Sitzung des Vermittlungsausschusses bestand im Berichtsjahr keine Notwendigkeit. Der jeweilige Ausschussvorsitzende oder sein Vertreter haben den Aufsichtsrat in seinen Sitzungen über den Inhalt und die Ergebnisse aller Sitzungen der Ausschüsse informiert. Der Aufsichtsrat sah sich somit stets umfassend und fundiert über alle wichtigen Angelegenheiten des Evonik-Konzerns unterrichtet.
Der Aufsichtsrat hat sich in seiner März-Sitzung schwerpunktmäßig mit der Jahresabschlussprüfung – nach vorangegangener, detaillierter Vorbefassung durch den Prüfungsausschuss – sowie der Vorbereitung der ordentlichen Hauptversammlung beschäftigt und Maßnahmen infolge der 2014 mit externer Unterstützung durchgeführten Effizienzprüfung verabschiedet. Die Sitzung im Mai diente der ergänzenden Informationsversorgung vor der Hauptversammlung. Im Juni standen die Befassung mit der Niederlegung des Vorstandsmandats des bisherigen Chief Operating Officer Patrik Wohlhauser und die Nachfolgebesetzung durch Dr. Ralph Sven Kaufmann im Vordergrund der Sitzung. In der September-Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat mit der Konzernstrategie, der Verlängerung des Mandats des Personalvorstandes Thomas Wessel, den Festlegungen der Zielgrößen für die Frauenanteile in Aufsichtsrat und Vorstand und der Neufassung der Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrates nach Ziffer 5.4.1 Abs. 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie mit der Neufassung der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates. In der Dezember-Sitzung hat sich der Aufsichtsrat mit der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG, dem Budget für 2016, der Mittelfristplanung bis 2018 sowie dem Umsetzungsstand der beschlossenen Maßnahmen aus der Effizienzprüfung beschäftigt.
Der Präsidialausschuss hat sich im Berichtsjahr insbesondere mit den nachfolgenden Themen befasst: Tantiemen des Vorstandes für 2014 und dessen Ziele für 2015; Anpassung der Vergütung der Vorstandsmitglieder zum 1. Januar 2016; systematische Nachfolgeplanung im Vorstand; Erarbeitung eines Vorschlags zur Umsetzung der Empfehlungen aus der Effizienzprüfung; Wechsel im Vorstand hinsichtlich der Position des Chief Operating Officer; Entgegennahme und Erörterung eines Berichts des Vorstandsvorsitzenden betreffend Überlegungen zu Akquisitionen; Festlegung der Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat und Vorstand; Erörterung der Geschäftslage, der aktuellen Projekte und des Aktienkurses von Evonik.
Der Prüfungsausschuss befasste sich in der Sitzung im März mit dem Jahres- und Konzernabschluss sowie dem Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2015. Schwerpunkt der Mai-Sitzung war der Zwischenbericht für das erste Quartal und in der Sitzung im Juli der Halbjahresfinanzbericht. Im Oktober waren die wesentlichen Beratungsgegenstände im Prüfungsausschuss neben dem Zwischenbericht für das dritte Quartal die Corporate Governance und das Update Compliance.
Der Finanz- und Investitionsausschuss war im Berichtsjahr insbesondere mit den Wachstumsprojekten und dem Investitionscontrolling befasst (siehe hierzu auf Seite 51 unter „Investitionen und Investitionscontrolling“).
Der Nominierungsausschuss hat im Januar die Auswirkungen des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst auf die beiden Aufsichtsratsbänke besprochen.
Daneben sind – abgesehen von der gesetzlichen Regelberichterstattung – insbesondere folgende Themen vom Aufsichtsrat bzw. seinen Ausschüssen intensiv beraten und geprüft worden:

Lage und Entwicklung des Konzerns

In einem anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Umfeld verlief das Geschäft des Evonik-Konzerns sehr erfolgreich. Trotz des geringer als erwarteten globalen Wachstums hat der Konzern eine erfreuliche Mengenentwicklung verzeichnet, zu der auch die neuen Produktionskapazitäten beitrugen. Die Verkaufspreise erhöhten sich im Segment Nutrition & Care besonders deutlich, während sie im Segment Performance Materials vor allem infolge des geringeren Rohölpreises nachgaben. Insgesamt lagen sie auf dem Niveau des Vorjahres. Der Umsatz stieg 2015 auf 13,5 Milliarden € und das bereinigte EBITDA verbesserte sich erheblich auf 2,47 Milliarden €.

Umsetzung der Neuordnung der Führungs- und Portfoliostruktur

Detailliert hat sich der Aufsichtsrat mit der bereits 2014 begonnenen und in 2015 abgeschlossenen Neuordnung der Führungs- und Portfoliostruktur des Evonik-Konzerns befasst. Das wesentliche Ziel der Neuordnung, den unterschiedlichen Anforderungen an die Steuerung der Geschäfte Rechnung zu tragen und die strukturellen Voraussetzungen für profitables Wachstum in den jeweiligen Geschäften weiter zu verbessern, wurde durch die nachfolgenden Schritte im Berichtsjahr erreicht:

  • Gründung neuer Legaleinheiten und Übertragung der Managementaufgaben an die künftigen Geschäftsführer dieser Führungsgesellschaften zum Jahresbeginn 2015,
  • Übernahme des operativen Geschäfts im Rahmen von Betriebsführungen durch die Führungsgesellschaften mit begleitenden Betriebsübergängen nach § 613a BGB zum 1. Juli 2015 und
  • Konzentration der Evonik Industries AG ab diesem Zeitpunkt als strategische Managementholding auf die Steuerung und Weiterentwicklung der Geschäftseinheiten.

Damit wurde das Prinzip der differenzierten Steuerung eingeführt, sodass die Segmente Nutrition & Care sowie Resource Efficiency nun noch wachstumsorientierter ausgerichtet sind, während Performance Materials als Finanzierungsgeschäft geführt wird.

Investitionen und Investitionscontrolling

Darüber hinaus haben der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse den Wachstumskurs von Evonik eng begleitet. Gegenstand unserer Beratungen waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung, die Finanz- und Ertragslage sowie die wesentlichen Wachstumsprojekte einschließlich des Investitionscontrollings laufender Projekte. Zu den Projekten, mit denen sich der Aufsichtsrat sowie der Finanz- und Investitionsausschuss intensiv beschäftigt haben, zählten unter anderem:

  • Vorplanung für den Bau einer weiteren Methionin-Anlage (Singapur)
  • Fortführung des Baus einer Verbundanlage für oleochemische Spezialtenside (Brasilien)
  • Fortführung der Errichtung einer Lysin-Anlage (Brasilien)
  • Erweiterung der Polyamid-12-Pulver-Kapazität (Deutschland)
  • Ausbau der Produktion für hochmolekulare Polyester (Deutschland)
  • Erwerb der Monarch Catalyst Pvt. Ltd. (Indien)
  • Joint Venture zum Bau einer Produktionsanlage für Kalilauge und Chlor (Deutschland)
  • Bau einer Produktionsanlage für Acrolein-Cyanhydrin-o-Acetat (USA).

Desinvestitionen

Der Aufsichtsrat sowie der Finanz- und Investitionsausschuss haben sich auch im Berichtsjahr intensiv mit den Desinvestitionsprojekten auseinandergesetzt, darunter:

  • Abgabe der restlichen Beteiligung der Evonik Industries AG von 10,3 Prozent an dem Immobilienunternehmen Vivawest GmbH an die RAG Aktiengesellschaft (Herne).

Weitere Themen des Aufsichtsrates und seiner Ausschüsse

Über die vorstehend beschriebenen Sachverhalte und Entwicklungen hinaus widmeten sich der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem auch folgenden Themen:

  • Beschlussvorschläge an die ordentliche Hauptversammlung im Mai 2015, insbesondere der Vorschlag des Aufsichtsrates an die Hauptversammlung zur Bestellung des Abschlussprüfers
  • Neufassung der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates
  • Bestellung von Dr. Ralph Sven Kaufmann zum Mitglied des Vorstandes und Wiederbestellung von Thomas Wessel zum Mitglied des Vorstandes (siehe hierzu auf Seite 55 unter „Personelle Angelegenheiten in Vorstand und Aufsichtsrat“)
  • Beschlussfassung über die Entsprechenserklärungen nach § 161 AktG aus März und aus Dezember 2015 und zum Bericht des Aufsichtsrates an die Hauptversammlung.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat bekennt sich zu den Grundsätzen einer guten Unternehmensführung. Eine wesentliche Grundlage bildet dabei die Anerkennung der Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex oder DCGK), sowohl auf Grundlage der Fassung vom 24. Juni 2014 als auch gemäß der aktuellen Fassung vom 5. Mai 2015. Dies schließt nicht aus, in einzelnen, begründeten Aspekten von den Empfehlungen und Anregungen des Kodex abzuweichen.
Als börsennotiertes Unternehmen unterliegt Evonik der Pflicht, nach § 161 des Aktiengesetzes zu erklären, inwieweit den Empfehlungen des Kodex entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden; Abweichungen von Empfehlungen sind zu begründen (Entsprechenserklärung). Vorstand und Aufsichtsrat haben im März und im Dezember 2015 Entsprechenserklärungen beschlossen, die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht sind. Zudem enthält der Corporate-Governance-Bericht auf Seite 56 f. die aktuelle Entsprechenserklärung aus dem Dezember 2015.
Vorstand und Aufsichtsrat haben sich mit den Anforderungen aufgrund des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst befasst. Demnach wurde der Zielkatalog für die Zusammensetzung des Aufsichtsrates dahingehend geändert, dass das Gremium künftig zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern bestehen soll; diese Vorgabe ist bei Neubestellungen ab dem 1. Januar 2016 zu beachten. Ferner hat der Aufsichtsrat eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand von mindestens 20 Prozent für den Zeitraum bis zum 30. Juni 2017 festgelegt.
Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat von Evonik als zusätzliches Ziel für seine Zusammensetzung eine Regelzugehörigkeitsdauer von nicht länger als drei vollen Amtszeiten festgelegt, um den neuen Vorgaben des DCGK nach der aktuellen Kodex-Fassung zu entsprechen.
Bis auf die bei Neubestellungen künftig zu beachtende Geschlechterquote erfüllt der Aufsichtsrat bereits in seiner jetzigen Besetzung alle maßgeblichen Ziele für seine Zusammensetzung.
Weitere Einzelheiten zu den Diversity-Vorgaben und zum Zielkatalog sind im Corporate-Governance-Bericht auf den Seiten 64 bzw. 65 dargestellt.
Auch für das abgelaufene Geschäftsjahr erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrates neben den Sitzungsgeldern reine Festvergütungen für die Aufsichtsratsarbeit sowie eventuelle Ausschusstätigkeiten (siehe Seite 133).
Im Geschäftsjahr 2015 gab es keine Interessenkonflikte bei Aufsichtsratsmitgliedern der Evonik Industries AG.
Es bestanden 2015 keine Berater- oder sonstigen Dienstleistungs- und Werkverträge eines Aufsichtsratsmitglieds mit der Gesellschaft. Ebenso wurden keine Geschäfte zwischen der Gesellschaft oder einer ihrer Konzerngesellschaften einerseits und den Aufsichtsratsmitgliedern oder ihnen nahestehenden Personen oder ihnen nahestehenden Unternehmen getätigt.
Im Hinblick auf die Effizienz seiner Tätigkeit hat der Aufsichtsrat in 2014 eine Selbstüberprüfung mit Unterstützung eines externen Beraters durchgeführt. Die daraufhin beschlossenen Maßnahmen wurden im Jahr 2015 umgesetzt bzw. in einen fortlaufenden Prozess aufgenommen. Die Gesamtheit der umgesetzten Maßnahmen wird zur Effizienzsteigerung im Aufsichtsrat und damit zur weiteren Verbesserung der Corporate Governance bei Evonik beitragen.

Jahresabschlussprüfung

Die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC), Düsseldorf, hat den nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellten Jahresabschluss der Evonik Industries AG zum 31. Dezember 2015, den gemäß § 315a Abs. 1 HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellten Konzernabschluss sowie den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015, der für die Evonik Industries AG und den Evonik-Konzern zusammengefasst wurde, geprüft und jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk gemäß § 322 HGB versehen. Den Prüfungsauftrag für den Jahresabschluss der Evonik Industries AG und den Konzernabschluss hatte der Aufsichtsrat entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 19. Mai 2015 erteilt. Die Prüfung des Risikofrüherkennungssystems ist gemäß § 317 Abs. 4 HGB in die Jahresabschlussprüfung mit einbezogen. Die Prüfung hat ergeben, dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen zur Einrichtung eines Risikofrüherkennungssystems in geeigneter Form getroffen hat und dass das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.
Der Vorstand hat die vorstehend genannten Abschlussunterlagen, die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers und den Vorschlag des Vorstandes für die Verwendung des Bilanzgewinns allen Aufsichtsratsmitgliedern zur Vorbereitung auf die Beratung in der Sitzung des Aufsichtsrates vom 2. März 2016 zugeleitet. In seiner Sitzung am 26. Februar 2016 hat der Prüfungsausschuss zur Vorbereitung der Prüfung und Behandlung dieser Unterlagen im Aufsichtsratsplenum die Abschlüsse und die Prüfungsberichte sowie den Gewinnverwendungsvorschlag unter Teilnahme des Abschlussprüfers erörtert. Darüber hinaus ließ sich der Prüfungsausschuss vom Abschlussprüfer über die Zusammenarbeit mit der internen Revision und anderen in das Risikomanagement einbezogenen Stellen sowie über die Wirksamkeit des Risikofrüherkennungssystems berichten, wobei der Abschlussprüfer erklärte, dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen zur Einrichtung eines Risikofrüherkennungssystems in geeigneter Form getroffen hat und dass das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.
Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss der Evonik Industries AG, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015 sowie den Vorschlag des Vorstandes für die Verwendung des Bilanzgewinns – nach Erläuterung dieser Vorlagen durch den Vorstand – eingehend geprüft und in seiner Sitzung am 2. März 2016 behandelt. An dieser Sitzung hat auch der Abschlussprüfer teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet sowie Fragen des Aufsichtsrates hinsichtlich der Art und des Umfangs der Prüfung sowie der Prüfungsergebnisse beantwortet. Die Erörterung bezog sich auch auf das Risikofrüherkennungssystem. Der Aufsichtsrat teilt die Auffassung des Prüfungsausschusses zur Wirksamkeit dieses Systems.
Der Aufsichtsrat konnte sich davon überzeugen, dass die Prüfung durch den Abschlussprüfer ordnungsgemäß durchgeführt worden ist und dass die Prüfung wie auch die Prüfungsberichte den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Nach eingehender Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses sowie des zusammengefassten Lageberichts (einschließlich der Erklärung zur Unternehmensführung) erklärt der Aufsichtsrat, dass er nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwände gegen den Jahres- und Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht erhebt. Der Empfehlung des Prüfungsausschusses folgend hat der Aufsichtsrat den Ergebnissen des Abschlussprüfers zugestimmt. Damit hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss in seiner Sitzung am 2. März 2016 gebilligt. Der Jahresabschluss 2015 ist somit festgestellt. Der Aufsichtsrat stimmt in seiner Einschätzung der Lage von Gesellschaft und Konzern mit der vom Vorstand im zusammengefassten Lagebericht zum Ausdruck gebrachten Einschätzung überein. Den Vorschlag des Vorstandes zur Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat insbesondere unter den Gesichtspunkten der Ausschüttungspolitik, der Auswirkungen auf Liquidität sowie unter Berücksichtigung der Aktionärsinteressen gewürdigt; dies schloss auch eine Erläuterung durch den Vorstand und eine Erörterung mit dem Abschlussprüfer ein. Anschließend stimmte der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstandes für die Verwendung des Bilanzgewinns zu und schloss sich diesem an.

Prüfung des Berichts des Vorstandes über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Der Vorstand hat einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2015 aufgestellt, den der Abschlussprüfer geprüft und dem er folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk nach § 313 AktG erteilt hat:

„Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.“

Der Vorstand hat den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen und den Prüfungsbericht des Abschlussprüfers hierzu allen Aufsichtsratsmitgliedern zur Vorbereitung auf die Beratung in der Aufsichtsratssitzung vom 2. März 2016 zugeleitet.
Der Prüfungsausschuss hat sich mit diesen Unterlagen in seiner Sitzung am 26. Februar 2016 eingehend befasst, um die Prüfung und Beschlussfassung des Aufsichtsrates hierzu vorzubereiten. Dabei haben die Mitglieder des Vorstandes den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen eingehend erläutert und Fragen hierzu beantwortet. Der an den Sitzungen teilnehmende Abschlussprüfer hat dem Prüfungsausschuss über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung des Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen berichtet und Fragen der Mitglieder des Prüfungsausschusses beantwortet. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben den Prüfungsbericht und den Bestätigungsvermerk zur Kenntnis genommen und kritisch gewürdigt. Der Prüfungsausschuss konnte sich von der Ordnungsmäßigkeit der Prüfung und des Prüfungsberichts überzeugen und gelangte insbesondere zu der Überzeugung, dass der Prüfungsbericht – wie auch die vom Abschlussprüfer durchgeführte Prüfung selbst – den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Der Prüfungsausschuss hat dem Aufsichtsrat empfohlen, dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zuzustimmen und, da nach Beurteilung des Prüfungsausschusses keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstandes zum Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen zu erheben sind, eine entsprechende Beurteilung zu beschließen.
Der Aufsichtsrat hat sich mit dem Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen in seiner Sitzung am 2. März 2016 befasst. Auch in dieser Sitzung haben die Mitglieder des Vorstandes den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen eingehend erläutert und Fragen hierzu beantwortet. Zudem hat auch der Abschlussprüfer an der Aufsichtsratssitzung teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung des Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen berichtet sowie Fragen der Aufsichtsratsmitglieder beantwortet. Auf dieser Grundlage hat der Aufsichtsrat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften geprüft, ob nach den Umständen, die im Zeitpunkt ihrer Vornahme bekannt waren, die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war oder Nachteile ausgeglichen worden sind. Dazu hat er sich insbesondere für die Rechtsgeschäfte von wesentlicher Bedeutung erläutern lassen, nach welchen Grundsätzen die Leistungen der Gesellschaft und die dafür erhaltenen Gegenleistungen festgesetzt worden sind. Der Prüfungsausschuss hat den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen beraten und dem Aufsichtsrat eingehend über das Ergebnis seiner Beratung berichtet. Der Aufsichtsrat konnte sich von der Ordnungsmäßigkeit der Prüfung und des Prüfungsberichts überzeugen und gelangte insbesondere zu der Überzeugung, dass der Prüfungsbericht – wie auch die vom Abschlussprüfer durchgeführte Prüfung selbst – den gesetzlichen Anforderungen entspricht.
Er hat dabei insbesondere die Vollständigkeit und Richtigkeit des Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Anhaltspunkte für Beanstandungen sind nicht ersichtlich geworden.
Der Aufsichtsrat erhebt gegen die Schlusserklärung des Vorstandes im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen keine Einwände und schließt sich dem Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers an.

Personelle Angelegenheiten in Vorstand und Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 25. Juni 2015 zunächst der vorzeitigen Beendigung der organschaftlichen Bestellung von Patrik Wohlhauser durch Niederlegung seines Vorstandsmandats zum 30. Juni 2015 zugestimmt. Der Aufsichtsrat hat anschließend Dr. Ralph Sven Kaufmann mit Wirkung vom 1. Juli 2015 für drei Jahre zum Mitglied des Vorstandes bestellt. Der Aufsichtsrat hat in seiner September-Sitzung Thomas Wessel für den Zeitraum vom 1. September 2016 bis zum 31. August 2021 für weitere fünf Jahre als Personalvorstand wiederbestellt.
Im Geschäftsjahr 2015 kam es zu personellen Veränderungen auf der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat: Jürgen Nöding ist durch Niederlegung mit Wirkung zum 30. September 2015 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Für ihn ist Martin Albers durch Beschluss des Amtsgerichts Essen vom 2. Oktober 2015 gemäß § 104 AktG ab dem 1. Oktober 2015 als Mitglied des Aufsichtsrates bestellt worden. Günter Adam hat sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrates zum 10. Dezember 2015 niedergelegt. Für ihn ist Carmen Fuchs ab diesem Zeitpunkt als nach den Regelungen des MitbestG 1976 gewähltes Ersatzmitglied in den Aufsichtsrat nachgerückt.
Seinen ausgeschiedenen Mitgliedern dankt der Aufsichtsrat für ihre langjährige, engagierte Mitwirkung zum Wohle des Unternehmens und seiner Belegschaft.

Schlussbemerkung

Der Aufsichtsrat dankt darüber hinaus dem Vorstand, den Betriebsräten und Sprecherausschüssen sowie allen Mitarbeitern der Evonik Industries AG und der verbundenen Unternehmen für die erfolgreiche Arbeit im zurückliegenden Geschäftsjahr.

Der Aufsichtsrat hat diesen Bericht in seiner Sitzung am 2. März 2016 gemäß § 171 Abs. 2 AktG beschlossen.

Essen, 2. März 2016

Für den Aufsichtsrat
Dr. Werner Müller, Vorsitzender

Gemeinsamer Bericht des Vorstandes und des Aufsichtsrates der Evonik Industries AG zur Corporate Governance

(Corporate Governance Bericht)

1. Grundlagen der Corporate Governance und Unternehmensstruktur

Corporate Governance umfasst alle Grundsätze für die Leitung und Überwachung eines Unternehmens. In diesem Sinne ist Corporate Governance als Ausdruck von guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung ein wesentlicher Bestandteil der Führungsphilosophie von Evonik. Die Grundsätze von Corporate Governance betreffen vor allem die Zusammenarbeit im Vorstand, im Aufsichtsrat und zwischen beiden Gremien sowie zwischen den Organen und den Aktionären, insbesondere in der Hauptversammlung. Sie betreffen auch das Verhältnis unserer Gesellschaft zu anderen Personen und Einrichtungen, die in einer wirtschaftlichen Beziehung zu uns stehen.

Bekenntnis zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Evonik Industries ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht, deren Aktien seit dem 25. April 2013 börsennotiert gehandelt werden.
Den Ausgangspunkt für die Sicherstellung einer verantwortungsbewussten, auf nachhaltige Wertsteigerung ausgerichteten Leitung und Kontrolle des Unternehmens bildet für Evonik daher – neben der Befolgung der einschlägigen gesetzlichen Normen – die Anerkennung des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex oder DCGK), auf Grundlage sowohl der Fassung vom 24. Juni 2014 als auch der aktualisierten Fassung vom 5. Mai 2015. Der von der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ verabschiedete Kodex enthält neben wesentlichen gesetzlichen Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften national und international anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung in Form von Empfehlungen und Anregungen.
Vorstand und Aufsichtsrat der Evonik Industries AG bekennen sich ausdrücklich zu einer verantwortungsvollen Corporate Governance und identifizieren sich mit den Zielen des Kodex. Dies schließt gemäß der Präambel des Kodex im Sinne einer guten Unternehmensführung und aktiven Corporate-Governance-Kultur nicht aus, in einzelnen Aspekten Kodexvorgaben nicht zu entsprechen, wenn die Abweichungen aufgrund von Unternehmensspezifika sachgerecht sind.

2. Angaben zur Unternehmensführung und Corporate Governance

2.1 Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG

§ 161 AktG verpflichtet den Vorstand und den Aufsichtsrat der Evonik Industries AG jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ (Kodex) entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht. Die Erklärung ist auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich zu machen.

Vorstand und Aufsichtsrat der Evonik Industries AG erklären gemäß § 161 AktG:
Die Gesellschaft hat seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom März 2015 sämtlichen Empfehlungen des Kodex in den Fassungen vom 24. Juni 2014 sowie vom 5. Mai 2015, die am 30. September 2014 bzw. am 12. Juni 2015 im Bundesanzeiger veröffentlicht wurden, uneingeschränkt entsprochen und wird diesen auch künftig entsprechen.
Auch wurden und werden nahezu alle Anregungen des Kodex in den beiden vorgenannten Fassungen befolgt, mit folgenden Ausnahmen:
Die Anregung nach Ziffer 2.3.3 des Kodex (Ermöglichung der Verfolgung der Hauptversammlung über moderne Kommunikationsmedien) wurde nicht erfüllt und soll auch künftig nicht umgesetzt werden. Stattdessen werden aus organisatorischen Gründen nur die Reden des Aufsichtsratsvorsitzenden und des Vorstandsvorsitzenden übertragen. Das Vorgehen entspricht überdies einer verbreiteten Praxis. Bei einer darüber hinausgehenden Übertragung ist ferner nicht auszuschließen, dass auch Persönlichkeitsrechte der Aktionäre betroffen werden, die es zu schützen gilt.
Zudem wurde Ziffer 2.3.2 Satz 2, 2. Halbsatz des Kodex (Erreichbarkeit des Vertreters für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts auch in der Hauptversammlung) nicht eingehalten und soll auch künftig nicht erfüllt werden. Eine Umsetzung dieser Anregung wäre nur bei einer vollständigen Übertragung der Hauptversammlung über moderne Kommunikationsmedien sachgerecht. Die von dieser Anregung vorausgesetzte Erreichbarkeit der von der Gesellschaft benannten Stimmrechtsvertreter noch während der Hauptversammlung über elektronische Medien ist zudem mit technischen Unsicherheiten verbunden. Diese und damit einhergehende Risiken für die Wirksamkeit der Beschlussfassung sollen vermieden werden.

Essen, Dezember 2015
Der Vorstand Der Aufsichtsrat

2.2 Relevante Angaben zu Unternehmens­führungspraktiken

Corporate Governance

Die Gesellschaft beachtet die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und – mit zwei Ausnahmen – dessen Anregungen (im Einzelnen vgl. Ziffer 2.1).

Compliance

Unter dem Begriff Compliance versteht Evonik das regelkonforme Verhalten eines Unternehmens, seiner Organe und seiner Mitarbeiter im Hinblick auf alle anwendbaren verbindlichen Standards wie rechtliche Bestimmungen, gesetzliche Ge- und Verbote, unternehmensinterne Richtlinien und eingegangene Selbstverpflichtungen. Die Grundlage für dieses Verständnis und die Befolgung dieser verbindlichen Standards ist im Verhaltenskodex von Evonik niedergelegt.

Verhaltenskodex

Der konzernweit verbindliche Verhaltenskodex von Evonik fasst die wichtigsten unternehmenspolitischen Werte und Grundsätze zusammen und bestimmt das Verhalten von Evonik, seinen gesetzlichen Vertretern und seinen Mitarbeitern intern im Umgang miteinander und extern im Kontakt mit Anteilseignern, Geschäftspartnern, Behörden- und Regierungsvertretern sowie der Öffentlichkeit. Er fordert von allen Mitarbeitern die strikte Befolgung aller einschlägigen Gesetze, Regeln und sonstigen Normen. Darüber hinaus wird auch die Beachtung ethischer Standards verlangt. Alle Mitarbeiter werden zum Verhaltenskodex geschult und Verstöße gegen dieses Regelwerk werden konsequent geahndet. Der Verhaltenskodex fördert eine Kultur von klarer Verantwortung, gegenseitigem Respekt sowie Vertrauen, Verlässlichkeit und Rechtschaffenheit.

House of Compliance

Im House of Compliance sind die für unser Unternehmen als besonders relevant identifizierten Compliance-Themen zusammengefasst. Nach einer Neu-Fokussierung gehören hierzu weiterhin die klassischen Compliance-Themen Kartellrecht, Außenwirtschaftsrecht, Korruptionsbekämpfung, Datenschutz und – als börsennotiertes Unternehmen – Kapitalmarkt-Compliance. Die Themen Umwelt, Sicherheit, Gesundheit und Qualität werden in einem eigenen Zentralbereich gebündelt.
Zweck des House of Compliance ist es, im Hinblick auf die oben genannten Themen konzernweit Mindeststandards für die jeweiligen Compliance Management Systeme zu definieren und deren Umsetzung sicherzustellen. Willensbildung, Erfahrungsaustausch und Koordination der gemeinsamen Aktivitäten erfolgen im Compliance Committee, das sich aus den für ihre Themen eigenständig verantwortlichen Leitern der einzelnen Fachbereiche und dem Leiter der Revision zusammensetzt. Vorsitzender des Compliance Committee ist der Leiter Kartellrecht und Compliance.

Das von den einzelnen Compliance-Fachbereichen zu implementierende Compliance Management System hat ausgehend von definierten Werten und konkreten Zielen die in der nachfolgenden Grafik dargestellten Instrumente zu etablieren. Dabei sind Maßnahmen zu ergreifen, um Compliance-Risiken und systematisches Fehlverhalten zu vermeiden, tatsächliches Fehlverhalten festzustellen und angemessen zu sanktionieren sowie fehlerhafte Prozesse zu korrigieren.

Weitere Informationen zum Compliance Management System bei Evonik und zu entsprechenden Schwerpunkten und Maßnahmen im Berichtsjahr finden sich im Nachhaltigkeitsbericht.1

Corporate Responsibility

Wer langfristig und erfolgreich am Markt bestehen will, benötigt nicht nur eine dauerhaft verlässliche und verantwortliche Unternehmensführung, sondern auch gesellschaftliche Akzeptanz. Zusammen mit dem Evonik-Verhaltenskodex tragen die Global Social Policy (GSP) sowie unsere Werte für Umwelt, Sicherheit und Gesundheit (USG-Werte) zur verantwortlichen Unternehmensführung bei.
In der GSP formuliert Evonik die Grundsätze sozialer Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und verpflichtet sie auf die Achtung international anerkannter Verhaltensstandards, wie zum Beispiel der Kernarbeitsnormen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) oder der Leitsätze für multinationale Unternehmen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Evonik duldet kein Verhalten, das die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen missachtet. Die Regierungen der OECD-Mitgliedsstaaten und weiterer Länder haben diese Leitsätze als Empfehlungen an multinationale Unternehmen unterzeichnet, um ihrer Verpflichtung, verantwortliches unternehmerisches Handeln zu fördern, nachzukommen. Die GSP macht ferner deutlich, dass Erfolg und Anerkennung des Unternehmens wesentlich auf der Kompetenz und dem Engagement aller Mitarbeiter beruhen.
Mit dem Beitritt zum Global Compact der Vereinten Nationen (UN Global Compact) hat sich Evonik darüber hinaus verpflichtet, in seinem Einflussbereich Menschen- und Arbeitnehmerrechte zu respektieren und zu fördern, Diskriminierung zu vermeiden, Mensch und Umwelt zu schützen sowie Korruption zu bekämpfen. Als Unterzeichner der „Responsible Care Global Charter“ der chemischen Industrie haben wir uns außerdem verpflichtet, unsere Leistungen bei Gesundheitsschutz, Sicherheit, Umweltschutz und Produktverantwortung kontinuierlich zu verbessern. Evonik hat das „Leitbild für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft“ unterzeichnet. Das Leitbild setzt überprüfbare Standards, die in den beteiligten Unternehmen fest verankert sein sollen. Dazu gehören unter anderem fairer Wettbewerb, Sozialpartnerschaft, Leistungsprinzip und Nachhaltigkeit. Evonik erwartet auch von seinen Lieferanten, dass sie diese Grundsätze teilen und ihre Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern, ihren Geschäftspartnern, der Gesellschaft sowie der Umwelt wahrnehmen, und hat dieses in einem eigenen Verhaltenskodex für Lieferanten konkretisiert.
Als verantwortungsvoll handelndes Unternehmen haben wir uns des Weiteren verpflichtet, im Rahmen der weltgrößten Klimainitiative, dem Carbon Disclosure Project (CDP), regelmäßig über unsere Klimaperformance zu berichten. Hierzu zählen interne Organisationsprozesse und Verantwortlichkeiten ebenso wie transparente und anspruchsvolle Ziele.
Das Nachhaltigkeitsmanagement von Evonik entspricht den Vorgaben des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK).

Die vorgenannten wesentlichen Dokumente für das Leitbild des Handelns im Evonik-Konzern finden sich im Internet unter folgenden Stellen:

Transparenz

Die zeitnahe und gleichmäßige Information der Öffentlichkeit ist für Evonik ein wichtiger Baustein guter Corporate Governance. Hierzu wird unter Investor Relations auf der Evonik-Website ein ausführliches Informationsangebot auf Deutsch und Englisch vorgehalten.
Einen schnellen Überblick über wesentliche Veröffentlichungstermine gibt unser Finanzkalender.2
Die Geschäftsentwicklung von Evonik wird insbesondere in den Finanzberichten, im Geschäftsbericht sowie in Investor-Relations-Präsentationen erläutert. Zusätzlich sind Details rund um die Evonik-Aktie, Konditionen begebener Anleihen und eine Übersicht zum Rating von Evonik verfügbar.3
Pflichtveröffentlichungen – wie Ad-hoc-Mitteilungen, Stimmrechtsmitteilungen oder Informationen über Directors’ Dealings – werden unverzüglich ebenfalls auf die Investor-Relations-Internetseite gestellt.4
Erläuterungen der Unternehmensstrategie, -struktur und -organisation runden das Angebot ab.
Des Weiteren finden sich auf der Investor-Relations-Internetseite Informationen darüber, wie Evonik seine unternehmerische Verantwortung (Corporate Responsibility) und die verantwortungsbewusste, auf nachhaltige Wertsteigerung ausgerichtete Leitung und Kontrolle des Unternehmens (Corporate Governance) wahrnimmt.5

2.3 Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Das Aktiengesetz ist die gesetzliche Grundlage der Unternehmensverfassung der Evonik Industries AG. Näher ausgestaltet wird sie durch die Satzung der Gesellschaft und die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex (siehe hierzu Ziffer 2.1).

Vorstand

Der Vorstand der Evonik Industries AG leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung im Unternehmensinteresse, also unter Berücksichtigung der Belange der Aktionäre, seiner Arbeitnehmer und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Gruppen (Stakeholder) mit dem Ziel nachhaltiger Wertsteigerung. Mit den übrigen Organen der Gesellschaft arbeitet er zum Wohle des Unternehmens vertrauensvoll zusammen.
Der Vorstand hat die unternehmerischen Ziele, die grundlegende strategische Ausrichtung, die Geschäftspolitik sowie die Konzernorganisation der Gesellschaft festzulegen und fortzuschreiben. Er hat für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance). Zudem ist es seine Aufgabe, für ein angemessenes Risikomanagement und -controlling im Unternehmen zu sorgen.
Bei der Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen achtet der Vorstand auf Vielfalt (Diversity) und strebt dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen an.
Dem Vorstand gehören derzeit fünf Mitglieder an. Ein Mitglied ist zum Vorsitzenden ernannt. Der Vorstand hat sich mit Zustimmung des Aufsichtsrates eine Geschäftsordnung einschließlich eines Geschäftsverteilungsplans gegeben. Der Vorstandsvorsitzende koordiniert die Zusammenarbeit des Vorstandes und die Information des Aufsichtsrates und hält mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden regelmäßigen Kontakt. Die Mitglieder des Vorstandes tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Sie arbeiten kollegial zusammen und unterrichten sich gegenseitig laufend über wichtige Maßnahmen und Vorgänge in ihren Ressorts. Der Vorstand im Bemühen um Einstimmigkeit beschließt mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag.
Die ausreichende Informationsversorgung des Aufsichtsrates ist die gemeinsame Aufgabe von Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand erstattet dem Aufsichtsrat die gemäß § 90 AktG sowie nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates zu verfassenden Berichte. Er informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage und des Risikomanagements sowie über die Beachtung der Compliance. Er geht auf Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen unter Angabe von Gründen ein.
Außerdem legt der Vorstand dem Aufsichtsrat rechtzeitig die Geschäfte und Maßnahmen vor, die gemäß Satzung oder der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates der Zustimmung des Aufsichtsrates bedürfen, so auch das jährliche Budget des Konzerns. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat auch weitere Geschäfte und Maßnahmen im Einzelfall von seiner Zustimmung abhängig machen.
Die Vorstandsmitglieder sind dem Unternehmensinteresse verpflichtet. Kein Mitglied des Vorstandes darf bei seinen Entscheidungen persönliche Interessen verfolgen oder Geschäftschancen, die dem Unternehmen zustehen, für sich nutzen.
Die Mitglieder des Vorstandes unterliegen während ihrer Tätigkeit für das Unternehmen einem umfassenden Wettbewerbsverbot. Eine weitere Beschäftigung, insbesondere Mandate in Aufsichtsräten von Gesellschaften, die nicht Beteiligungsgesellschaften der Evonik Industries AG sind, dürfen sie nur mit Zustimmung des Aufsichtsrates übernehmen. Sofern mit Zustimmung des Aufsichtsrates solche Mandate übernommen werden, nimmt das betroffene Vorstandsmitglied das Amt als persönliches Mandat wahr – unter Beachtung seiner strikten Verschwiegenheitspflicht und der strikten Trennung von seiner Tätigkeit als Vorstandsmitglied der Gesellschaft. Jedes Mitglied des Vorstandes ist verpflichtet, unverzüglich jeglichen Interessenkonflikt gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden offenzulegen und die anderen Vorstandsmitglieder hierüber zu informieren.
Im Geschäftsjahr 2015 ist es nicht zu Interessenkonflikten bei Vorstandsmitgliedern der Evonik Industries AG gekommen.
Alle Geschäfte zwischen der Gesellschaft oder einer ihrer Konzerngesellschaften einerseits und den Vorstandsmitgliedern sowie ihnen nahestehenden Personen oder ihnen nahestehenden Unternehmungen andererseits haben branchenüblichen Standards zu entsprechen. Entsprechende Geschäfte wurden im Berichtszeitraum nicht getätigt.
Die Zusammensetzung des Vorstandes sowie die jeweiligen Mitgliedschaften in Aufsichtsräten und Kontrollgremien sind auf Seite 216 beschrieben.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand. Er bestellt die Mitglieder des Vorstandes und ernennt eines der Vorstandsmitglieder zum bzw. zur Vorstandsvorsitzenden. Er legt die Vergütung der Vorstandsmitglieder fest. Zu Entscheidungen von wesentlicher und grundsätzlicher Bedeutung, die in einem Katalog zustimmungspflichtiger Geschäftsvorfälle konkretisiert sind, bedarf der Vorstand der Zustimmung des Aufsichtsrates. Hierzu zählen unter anderem:

  • die grundsätzliche Änderung der Unternehmens- und Konzernorganisation,
  • die Festlegung des jährlichen Budgets für den Konzern,
  • Investitionen größer als 25 Millionen €,
  • Aufnahme von Krediten und Begebung von Anleihen größer als 300 Millionen € und einer Laufzeit von mehr als einem Jahr.

Der Aufsichtsrat prüft den Jahresabschluss, den Vorschlag des Vorstandes für die Verwendung des Bilanzgewinns, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht. Über das Ergebnis der Prüfung berichtet der Aufsichtsrat schriftlich an die Hauptversammlung.
Für den Aufsichtsrat gilt das Mitbestimmungsgesetz 1976. Demgemäß besteht er aus 20 Mitgliedern, die sich aus zehn Aufsichtsratsmitgliedern der Anteilseigner und zehn Aufsichtsratsmitgliedern der Arbeitnehmer zusammensetzen. Die Hauptversammlung wählt die Anteilseignervertreter. Hierzu macht der Aufsichtsrat nach Vorbereitung im Nominierungsausschuss entsprechende Wahlvorschläge. Die Arbeitnehmervertreter werden von den Arbeitnehmern gewählt, wobei sieben Arbeitnehmer und drei Vertreter der Gewerkschaften zu bestimmen sind.
Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen besitzen. Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern des Unternehmens ausüben.
Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstandes angehören. In den Aufsichtsrat wurde ein ehemaliges Vorstandsmitglied gewählt, wobei das Ende der Vorstandsbestellung bereits zum Zeitpunkt der Wahl mehr als zwei Jahre zurücklag. Jedes Aufsichtsratsmitglied achtet darauf, dass ihm für die Wahrnehmung seines Aufsichtsratsmandats genügend Zeit zur Verfügung steht. Aufsichtsratsmitglieder, die gleichzeitig Mitglied des Vorstandes einer börsennotierten Aktiengesellschaft sind, nehmen zudem insgesamt nicht mehr als drei Aufsichtsratsmandate in konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder in Aufsichtsgremien von Gesellschaften mit vergleichbaren Anforderungen wahr.
Jedes Mitglied des Aufsichtsrates ist dem Unternehmensinteresse verpflichtet und darf bei seinen Entscheidungen weder persönliche Interessen verfolgen noch Geschäftschancen, die dem Unternehmen zustehen, für sich nutzen. Einen Interessenkonflikt hat ein Mitglied dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen. Es ist von der Beschlussfassung bei Sitzungen des Aufsichtsrates ausgeschlossen, in denen die Angelegenheit behandelt wird, hinsichtlich derer der Interessenkonflikt besteht. Der Aufsichtsrat wird in seinem Bericht an die Hauptversammlung über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung informieren. Wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitglieds sollen zur Beendigung des Mandats führen.
Berater- und sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge eines Aufsichtsratsmitglieds mit der Gesellschaft bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrates. Solche Verträge bestanden im Geschäftsjahr 2015 ebenso wenig wie Interessenkonflikte bei Aufsichtsratsmitgliedern der Evonik Industries AG. Der Aufsichtsrat hat eine Geschäftsordnung erlassen, die auch die Bildung und die Aufgaben der Ausschüsse regelt. In jedem Kalenderhalbjahr finden mindestens zwei Aufsichtsratssitzungen statt. Darüber hinaus werden nach Bedarf Aufsichtsratssitzungen einberufen bzw. Beschlüsse des Aufsichtsrates außerhalb von Sitzungen gefasst. Bei Abstimmung im Aufsichtsrat hat bei Stimmengleichheit der Vorsitzende des Aufsichtsrates die ausschlaggebende Stimme, falls eine zweite Abstimmung erneut zu einer Stimmengleichheit führt.

Der Aufsichtsrat hat für seine Zusammensetzung folgende Ziele festgelegt, die bei den Beschlussvorschlägen an die Hauptversammlung im Rahmen der turnusmäßigen Aufsichtsratswahlen und bei der Nachwahl eines Aufsichtsratsmitglieds berücksichtigt werden:

  • Mindestens zwei Mitglieder sollen aufgrund ihrer Herkunft oder Berufserfahrung mit internationalem Bezug vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in Regionen besitzen, in denen der Evonik-Konzern maßgebliches Geschäft betreibt.
  • Mindestens zwei Mitglieder sollen besondere Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich der Betriebswirtschaft und des Finanzwesens/der Rechnungslegung oder der Abschlussprüfung besitzen.
  • Mindestens zwei Mitglieder des Aufsichtsrates sollen über besondere Kenntnisse und Erfahrungen aus dem Bereich der Spezialchemie verfügen.
  • Mindestens zwei Mitglieder des Aufsichtsrates sollen Erfahrung in der Führung oder Überwachung eines Großunternehmens besitzen.
  • Das Gremium setzt sich zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammen.6
  • Die Mitglieder des Aufsichtsrates sollen keine Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern ausüben, die zu einem Interessenkonflikt führen können. Hiervon kann im besonders zu begründenden Einzelfall abgewichen werden.
  • Die Mitglieder des Aufsichtsrates sollen bei ihrer Wahl in der Regel nicht älter als 70 Jahre sein.
  • Die Mitglieder des Aufsichtsrates sollen dem Aufsichtsrat in der Regel nicht länger als drei volle Amtszeiten im Sinne von § 102 Abs. 1 AktG (das heißt grundsätzlich 15 Jahre) angehören; von dieser Regel kann insbesondere bei einem Aufsichtsratsmitglied abgewichen werden, das direkt oder indirekt mindestens 25 Prozent der Aktien der Gesellschaft hält oder einem Organ eines Aktionärs angehört, der direkt oder indirekt mindestens 25 Prozent der Aktien der Gesellschaft hält.
  • Mindestens fünf Mitglieder des Aufsichtsrates sollen unabhängig im Sinne von Ziffer 5.4.2 DCGK sein.

Die letzte Anpassung der Ziele erfolgte im September 2015. Abgesehen davon, dass dem Aufsichtsrat derzeit 20 Prozent und damit noch nicht die für künftige Wahlen und Bestellungen gesetzlich geforderten 30 Prozent Frauen angehören (vgl. hierzu auch unter Ziffer 2.4), erfüllt der Aufsichtsrat in seiner jetzigen Zusammensetzung diese Zielvorgaben. Der Aufsichtsrat und dessen Nominierungsausschuss werden die Einhaltung der gesetzten Ziele entsprechend nachverfolgen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Aufsichtsrat folgende Ausschüsse gebildet:
Der Präsidialausschuss besteht aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden, seinem Stellvertreter sowie vier weiteren Mitgliedern. Er erledigt laufende Angelegenheiten und berät den Vorstand in Grundsatzfragen der strategischen Fortentwicklung des Unternehmens. Der Präsidialausschuss beschließt im Rahmen des gesetzlich Zulässigen anstelle des Gesamtaufsichtsrates, wenn eine vorherige erforderliche Beschlussfassung des Aufsichtsrates nicht ohne wesentliche Nachteile für die Gesellschaft abgewartet werden kann sowie über die Zustimmung zur Ausnutzung von genehmigten Kapitalia. Er bereitet die Sitzungen des Aufsichtsrates und insbesondere Personalentscheidungen sowie Beschlüsse zum Vergütungssystem für den Vorstand einschließlich der wesentlichen Vertragselemente und zur Festsetzung der Gesamtbezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder vor. Daneben ist er zuständig für Abschluss, Änderung und Beendigung der Anstellungsverträge der Mitglieder des Vorstandes, soweit dies nicht die Änderung oder Festsetzung der Bezüge betrifft, sowie für die Vertretung der Gesellschaft bei anderen Rechtsgeschäften mit aktiven und ehemaligen Vorstandsmitgliedern und bestimmten, diesen nahestehenden Personen.
Der Prüfungsausschuss besteht aus sechs Mitgliedern. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses sollen über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung der Rechnungslegung und interner Kontrollsysteme verfügen. Der Aufsichtsrat hat den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zum unabhängigen Finanzexperten nach § 100 Abs. 5 AktG bestimmt, der zudem die weitergehenden Anforderungen des Kodex erfüllt. Der Prüfungsausschuss ist beauftragt und ermächtigt, sich im Namen des Aufsichtsrates insbesondere mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontroll-, des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems sowie der Abschlussprüfung, hier insbesondere der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen, sowie der Compliance zu befassen und die damit verbundenen Entscheidungen zu treffen. Er hat den Vorschlag des Aufsichtsrates zur Wahl des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung vorzubereiten, über die Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, die Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und die Honorarvereinbarung zu entscheiden und den Aufsichtsratsvorsitzenden zu ermächtigen, den Prüfungsauftrag zu erteilen.
Der Prüfungsausschuss bereitet die Entscheidung des Aufsichtsrates über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Zu diesem Zweck obliegt ihm eine Vorprüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Konzernlageberichts und des Vorschlags des Vorstandes für die Gewinnverwendung. An diesen Verhandlungen des Prüfungsausschusses hat der Abschlussprüfer teilzunehmen.
Der Prüfungsausschuss befasst sich mit den Zwischenberichten, insbesondere dem Halbjahresfinanzbericht, erör-tert den Bericht über die prüferische Durchsicht – sofern eine solche beauftragt wurde – mit dem Abschlussprüfer und stellt abschließend fest, ob Einwendungen zu erheben sind. Er beschäftigt sich darüber hinaus mit Fragen der Corporate Governance und berichtet dem Aufsichtsrat mindestens einmal jährlich über den Stand, die Effektivität und eventuelle Verbesserungsmöglichkeiten der Corporate Governance des Unternehmens sowie über neue Anforderungen und Entwicklungen auf diesem Gebiet.
Der Finanz- und Investitionsausschuss setzt sich aus acht Mitgliedern zusammen. Er wird auf dem Gebiet der Konzernfinanzierung und der Investitionsplanung tätig. So entscheidet er unter anderem anstelle des Aufsichtsrates über die Zustimmung zur Errichtung, zum Erwerb und zur Veräußerung von Unternehmen, über Kapitalmaßnahmen bei anderen Unternehmen und über Grundstücksgeschäfte mit einem Wert von mehr als 25 Millionen € bis 50 Millionen €. Überschreitet der Wert der genannten Geschäfte und Maßnahmen die obere Wertgrenze, bereitet er die Entscheidung des Aufsichtsrates vor. Weiter entscheidet der Finanz- und Investitionsausschuss über die Zustimmung zur Herauslegung von Avalen und die Gewährung von Krediten, die einen Wert von 50 Millionen € übersteigen, sowie zu Finanzanlagen in Beteiligungen mit einem Wert von mehr als 100 Millionen €.
Der Nominierungsausschuss besteht aus drei Aufsichtsratsmitgliedern der Anteilseigner. Aufgabe des Nominierungsausschusses ist es, dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für den Aufsichtsrat zu unterbreiten.
Schließlich besteht ein gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz 1976 verpflichtend zu bildender Vermittlungsausschuss mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden, seinem Stellvertreter und je einem Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter. Dieser Ausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern, wenn im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder nicht erreicht wird.
Der Vermittlungsausschuss tagt nur bei Bedarf. Alle übrigen Ausschüsse tagen turnusmäßig sowie darüber hinaus bei konkreten Anlässen entsprechend ihrer jeweiligen Zuständigkeit nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates. Auf die Tätigkeit des Aufsichtsrates und seiner Ausschüsse im abgelaufenen Geschäftsjahr geht der Bericht des Aufsichtsrates ab Seite 48 ein. Dort sind auch die Zusammensetzung der einzelnen Ausschüsse sowie Angaben bezüglich der Sitzungsteilnahmen der Aufsichtsratsmitglieder dargestellt. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrates sowie die jeweiligen Mitgliedschaften in weiteren Aufsichtsräten und Kontrollgremien sind auf den Seiten 214 bis 215 beschrieben.
Der Aufsichtsrat prüft regelmäßig die Effizienz seiner Arbeitsweise. Nähere Ausführungen dazu finden sich im Bericht des Aufsichtsrates auf Seite 53.

Aktiengeschäfte und -besitz von Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates

Nach dem Wertpapierhandelsgesetz (§ 15a Abs. 1 WpHG) sind die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat und Personen, die mit diesen in einer engen Beziehung stehen (unter anderem Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und unterhaltsberechtigte Kinder), verpflichtet, eigene Geschäfte mit Aktien der Evonik Industries AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten der Evonik Industries AG und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mitzuteilen, wenn die Gesamtsumme der Geschäfte eines Mitglieds des Vorstandes oder des Aufsichtsrates und der mit ihm in enger Beziehung stehenden Personen 5.000 € im Kalenderjahr erreicht oder übersteigt. Die mitgeteilten Geschäfte sind auf der Internetseite der Evonik Industries AG veröffentlicht.
Der Gesamtbesitz an Aktien der Evonik Industries AG und sich darauf beziehender Finanzinstrumente aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder beträgt zum Abschlussstichtag weniger als 1 Prozent der ausgegebenen Aktien.

2.4 Angaben zu gesetzlichen Diversity-Vorgaben

Am 1. Mai 2015 ist das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst in Kraft getreten. Diese Regelungen treten neben die bereits bestehenden Diversity-Vorgaben des DCGK, denen Evonik bereits bisher entsprochen hat. Evonik hat sich mit den neuen Anforderungen auf den verschiedenen Ebenen und in den zuständigen Gremien befasst und dazu die erforderlichen Beschlüsse gefasst.
Als börsennotierte Gesellschaft, die zugleich dem Mitbestimmungsgesetz unterliegt, gilt für den Aufsichtsrat der Evonik Industries AG eine fixe Geschlechterquote, die bei Neubestellungen ab dem 1. Januar 2016 zu beachten ist. Danach muss sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzen. Zum 31. Dezember 2015 gehören vier Frauen dem Aufsichtsrat der Evonik Industries AG an, davon zwei auf Anteilseignerseite und zwei als Arbeitnehmervertreter. Damit sind zum Stichtag 20 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder Frauen.
Evonik wird die gesetzlichen Regelungen bei Neubestellungen ab 1. Januar 2016 berücksichtigen, um die Vorgaben zu erfüllen. Mit Blick darauf hat der Aufsichtsrat den Zielkatalog für seine Zusammensetzung nach Ziffer 5.4.1 Abs. 2 DCGK in Bezug auf diesen Diversity-Aspekt entsprechend angepasst (vgl. hierzu oben unter „Aufsichtsrat“).
Das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst verlangt zudem, dass Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstandes sowie Fristen zu deren Erreichung festgelegt werden. Die erstmals festzulegenden Fristen zur Erreichung der Zielgrößen dürfen nicht länger als bis zum 30. Juni 2017 dauern.
Vor diesem Hintergrund hat der Aufsichtsrat die Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand von mindestens 20 Prozent festgelegt und eine Frist zur Erreichung bis zum 30. Juni 2017 bestimmt. Damit wurde der aktuelle Stand festgehalten, da bis dahin aus heutiger Sicht keine Neubesetzung zu erwarten ist.
Der Vorstand der Evonik Industries AG hat als Zielgröße im Zeitraum bis zum 31. Dezember 2016 für den Frauenanteil für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstandes 8,0 Prozent und für die zweite Führungsebene 18,8 Prozent festgelegt. Dies entspricht jeweils dem derzeitigen Stand und berücksichtigt die Nachfolgeplanung innerhalb der Frist für beide Führungsebenen.

3. Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr. Die Hauptversammlung wählt den Abschlussprüfer sowie die Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner und beschließt insbesondere über die Entlastung der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates, die Verwendung des Bilanzgewinns, Kapitalmaßnahmen und Satzungsänderungen. Die Aktien lauten auf den Namen. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung und zur Ausübung des Stimmrechts sind diejenigen Aktionäre berechtigt, die im Aktienregister eingetragen sind und sich rechtzeitig vor der Hauptversammlung angemeldet haben. Die Aktionäre können ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung selbst ausüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben lassen. Jede Aktie gewährt eine Stimme.

4. Angaben zur Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Die Evonik Industries AG erstellt ihren Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes. Der Konzernabschluss wird nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellt.
Die Hauptversammlung am 19. Mai 2015 hat auf Vorschlag des Aufsichtsrates die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC), Düsseldorf, zum Abschlussprüfer für den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht der Evonik Industries AG für das Geschäftsjahr 2015 gewählt. Der Aufsichtsrat hatte sich zuvor von der Unabhängigkeit des Prüfers überzeugt. Die unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer für den Jahres- und Konzernabschluss der Evonik Industries AG sind Herr Lutz Granderath (seit dem Geschäftsjahr 2012) und Frau Antje Schlotter (seit dem Geschäftsjahr 2014). Die Prüfungen umfassten neben dem Rechnungswesen auch das Risikofrüherkennungssystem und das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem. Darüber hinaus hat PwC, ebenfalls aufgrund des Wahlbeschlusses vom 19. Mai 2015, den Halbjahresfinanzbericht im Geschäftsjahr 2015 einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

5. Risikomanagement und Internes Kontrollsystem (IKS)

Das Risikomanagement im Evonik-Konzern inklusive des IKS bezogen auf den Rechnungslegungsprozess wird im Risiko- und Chancenbericht als Bestandteil des Lageberichts dargestellt und ist ab Seite 113 beschrieben.

6. Vergütung

Die Grundzüge des Vergütungssystems und die Vergütung für die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates werden im Vergütungsbericht als Bestandteil des Lageberichts dargestellt und sind ab Seite 125 beschrieben.

1 Nachhaltigkeitsbericht 2014 (der Bericht 2015 wird im Mai 2016 veröffentlicht).
2 www.evonik.de/investor-relations.
3 www.evonik.de/investor-relations unter "Nachrichten & Berichte" sowie "Aktie" und "Anleihen & Rating"; Details zur Aktionärsstruktur vgl. unter „Evonik am Kapitalmarkt“ auf S. 67 in diesem Geschäftsbericht.
4 www.evonik.de/investor-relations unter "Nachrichten & Berichte/Ad-hoc-Mitteilungen", "Aktie/Stimmrechtsmitteilungen" und "Corporate Governance/Directors’ Dealings".
5 www.evonik.de/investor-relations unter "Nachhaltig Investieren (SRI)" und "Corporate Governance".
6 Bei Neuwahlen und Ersatzbestellungen ab dem 1. Januar 2016 zur Besetzung einzelner oder mehrerer Aufsichtsratssitze.

 

Evonik am Kapitalmarkt

  • Erfreuliche Kursentwicklung im Jahr 2015
  • Höherer Streubesitz
  • Deutliche Erhöhung der Dividende

Erfreuliche Kursentwicklung der Evonik-Aktie

Die Evonik-Aktie, die das Jahr 2015 mit einem Kurs von 27,10 € eröffnete, verzeichnete zum Jahresstart einen deutlichen Aufwärtstrend und notierte Mitte April bereits bei über 36 € je Aktie. Die starke operative Geschäftsentwicklung sowie steigende Ergebnisbeiträge unserer Wachstumsinvestitionen und Effizienzsteigerungsprogramme waren die Hauptgründe für die erfreuliche Kursentwicklung. Die Aktie erreichte am 10. August nach der zweiten Anhebung unseres Ausblicks für das Jahr 2015 ein Allzeithoch von 37,73 €. Mit den aufkommenden Sorgen hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung in China, die ebenfalls eine erhöhte Volatilität an den Finanzmärkten zur Folge hatten, gaben sowohl der Gesamtmarkt als auch der Kurs von Evonik ab Mitte August nach. In den letzten Wochen des Jahres konnte die Aktie wieder etwas aufholen. Sie schloss am 30. Dezember 2015 mit einem Kurs von 30,62 € und damit fast 13 Prozent über dem Kurs vom Jahresbeginn; ohne Berücksichtigung des im Mai erfolgten Dividendenabschlags in Höhe von 1,00 € ergibt sich eine Steigerung von 16 Prozent. Damit entwickelte sie sich deutlich besser als die direkten Wettbewerber aus dem Chemiesektor, der DJ STOXX 600 ChemicalsSM stieg im Jahr 2015 lediglich um 5 Prozent. Der breiter gefasste MDAX stieg im gleichen Zeitraum um rund 23 Prozent.

Auf der Hauptversammlung am 19. Mai 2015, auf der der Vorstandsvorsitzende Dr. Klaus Engel über das abgelaufene Geschäftsjahr berichtete, suchten Privatanleger und institutionelle Investoren den direkten Informationsaustausch mit dem Evonik-Management.

Höherer Streubesitz

Unser größter Anteilseigner war im Geschäftsjahr 2015 unverändert die RAG-Stiftung mit einem Anteil von 67,9 Prozent am Evonik-Grundkapital. Unser zweitgrößter Aktionär – CVC Capital Partners – platzierte im Laufe des Jahres vier Aktienpakete in Höhe von rund 14,8 Prozent am Grundkapital, sodass dessen Anteil zum Ende des Geschäftsjahres 2015 bei 4,1 Prozent lag. Der Freefloat nach Definition der Deutschen Börse stieg somit auf 32,1 Prozent. Regional verteilte sich der Streubesitz – neben Großbritannien – hauptsächlich auf die USA, Asien und Deutschland.

Deutlich gestiegenes Handelsvolumen

Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der Evonik-Aktie ist durch den höheren Streubesitz deutlich gestiegen und lag 2015 bei rund 648.000 Aktien bzw. 20,9 Millionen € gegenüber 185.000 Aktien bzw. 5,1 Millionen € im Vorjahr. Zum 30. Dezember 2015 betrug die Marktkapitalisierung 14,27 Milliarden €. Evonik nahm Ende 2015 bezogen auf die Streubesitz-Marktkapitalisierung Rang 12 und bezogen auf das Handelsvolumen Rang 6 im MDAX ein und positionierte sich somit klar im oberen Feld des Index.

Deutliche Erhöhung der Dividende für 2015

Für das Geschäftsjahr 2015 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 18. Mai 2016 vor, eine Dividende in Höhe von 1,15 € je Aktie auszuschütten. Dies bedeutet eine Erhöhung von 15 Prozent gegenüber der Dividende von 1,00 € je Aktie im Vorjahr.
Mit der erhöhten Ausschüttung setzt Evonik seine attraktive Dividendenpolitik fort. Diese setzt auf eine Ausschüttungsquote von etwa 40 Prozent vom bereinigten Konzernergebnis und auf Dividendenkontinuität. Zugleich erlaubt der hohe operative Cashflow im abgelaufenen Geschäftsjahr die deutliche Anhebung der Dividende, ohne die ehrgeizigen Wachstumsziele des Konzerns zu beeinträchtigen. In den vergangenen sechs Jahren hat Evonik die Dividende jährlich um durchschnittlich 9 Prozent erhöht, wodurch sich die Evonik-Aktie zu einem der dividendenstärksten Titel im Chemiesektor entwickelt hat.

Dialog mit Investoren weiter verstärkt

Im Jahr 2015 haben wir unseren intensiven Dialog mit dem Kapitalmarkt weiter ausgebaut. Vorstand und Investor Relations erläuterten Aktien- und Anleiheinvestoren auf 17 Roadshows und 17 Konferenzen eingehend das Geschäft von Evonik und die Wachstumsstrategie. Zudem wurden die Treiber unserer Geschäfte sowie deren aktuelle Entwicklung thematisiert. Die Roadshows und Konferenzen fanden größtenteils in Europa, unter anderem in London, Frankfurt, Amsterdam, Luxemburg, Paris, Dublin, Edinburgh, Oslo, Kopenhagen, Zürich, München und Mailand, statt. Als Hauptfinanzplätze in Nordamerika wurden New York, Boston, Chicago und Toronto besucht.
Neben der klassischen Kapitalmarktkommunikation bieten wir Investoren die Möglichkeit, bei Field Trips unsere Produktionsstandorte zu besuchen, um vor Ort einen Einblick in unsere Produkte sowie deren Herstellung und Vermarktung zu erlangen. Im vergangenen Jahr haben wir die Anzahl der Field Trips von fünf im Jahr 2014 auf zehn verdoppelt. Dabei wurden unter anderem die Standorte in Schanghai, Singapur, Antwerpen und mehrere deutsche Standorte, darunter Marl, Krefeld, Essen und Herne, besichtigt. Insgesamt verzeichneten wir über das gesamte Jahr etwa 700 Investorenkontakte.



Am 1. Oktober 2015 fand der Field Trip Animal Nutrition am Evonik-Produktionsstandort in Antwerpen statt.



Internationale Investoren nutzten die Gelegenheit, mehr über das Animal-Nutrition-Geschäft zu erfahren.



Finanzvorstand Ute Wolf im Gespräch mit Investoren und Analysten.

Field Trip Animal Nutrition

Am 1. Oktober fand der Höhepunkt der diesjährigen Kapitalmarktkommunikation statt: der Field Trip Animal Nutrition. Nahezu 40 internationale Analysten und Investoren besuchten den Evonik-Produktionsstandort in Antwerpen (Belgien). Im Mittelpunkt stand das Geschäftsgebiet Animal Nutrition des Segments Nutrition & Care. Der Vorstand informierte die Analysten und Investoren zunächst über die aktuelle Unternehmenspolitik und die Fortschritte in der Wachstumsstrategie. Anschließend gab das Management des Segments einen umfassenden Überblick über alle Facetten des Geschäfts für Tierernährung und verdeutlichte, dass die Megatrends Ernährung, Globalisierung und insbesondere Nachhaltigkeit ein unverändert attraktives Marktumfeld gewährleisten. Evonik gab an diesem Tag bekannt, dass die Planungen für den Bau einer weiteren Methionin-Anlage in Singapur aufgenommen wurden. Die Anlage soll 2019 in Betrieb gehen.

Solide Investment-Grade-Ratings und erfolgreiche Anleihe-Emission

Mit Ratings von BBB+ (Ausblick: stabil) von Standard & Poor’s und Baa2 (Ausblick: positiv) von Moody’s verfügen wir weiterhin über eine solide Position im Investment-Grade-Bereich und erfüllen damit ein wesentliches Ziel unserer Finanzierungsstrategie.
Im Januar 2015 begab die Evonik Industries AG eine neue Anleihe über 750 Millionen € mit einer Laufzeit von acht Jahren. Der jährliche Zinskupon von 1,0 Prozent ist der niedrigste einer jemals von Evonik emittierten Anleihe. Die Emission dient der Finanzierung des laufenden Geschäfts und des Investitionsprogramms.Kursziele weiter erhöht

Kursziele weiter erhöht

Die Anzahl der Analysten, die Evonik beobachten, ist bis zum Ende des Jahres weiter gestiegen – von 22 auf 23. Davon empfahlen 13 unsere Aktie zum „Kauf“ und zwei zum „Verkauf“. Acht von ihnen stuften sie als „neutral“ ein. Die angegebenen Kursziele wurden weiter erhöht und bewegten sich zwischen 29 € und 42 €; der Median lag bei 38 €. Im vergangenen Jahr lagen die Kurzziele zwischen 23 € und 34 € bei einem Median von 30 €.

Evonik in weiteren Nachhaltigkeitsindex aufgenommen

Evonik ist in renommierten Börsenindizes für verantwortungsbewusstes Wirtschaften vertreten. So wurde Evonik im Jahr 2014 bereits in die beiden Indizes FTSE4Good Global und STOXX Global ESG Leaders aufgenommen. Im Dezember 2015 wurden wir zudem in den Euronext Vigeo Eurozone 120-Index aufgenommen.

Investor Relations
Informationen über die Investor-Relations-Aktivitäten von Evonik finden Sie auf unserer Website unter www.evonik.de/investor-relations. Einen schnellen Überblick über wichtige Termine gibt dort ein Finanzkalender. Darüber hinaus sind die wesentlichen Zahlen und Fakten über Evonik abrufbar – insbesondere Finanz- und Segmentkennzahlen, Unternehmensstruktur und -organisation.
Ergänzt wird dies durch Details rund um die Evonik-Aktie, Konditionen der begebenen Anleihen und eine Übersicht zum Rating von Evonik. Aktuelle Präsentationen, Analystenschätzungen sowie Berichte zur Geschäftsentwicklung runden das Angebot ab.

IR-Kontakt: Telefon +49 201 177-3146 | E-Mail: investor-relations@evonik.com